Anna ist hochbegabt. Sie stellt fest, dass es einen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt, wenn es um die Erwartungen an ihre Intelligenz geht. Männer und Frauen sind gleichermaßen intelligent. Es mag banal klingen. Genau das heißt es in einer neuen belgischen Studie, die auf Daten aus 35 Jahren basiert.

In Dänemark haben Frauen längst ihren Eintritt in den Bildungsmarkt geschafft. Tatsächlich haben sie die Männer überholt, wenn es um die Hochschulbildung geht. Im Jahr 2019 gab es sechs Prozent mehr Frauen als Männer mit einer Hochschulausbildung. „Dennoch ist es nicht unbedingt problemlos, im heutigen Dänemark eine intelligente Frau zu sein“, sagt die 19-jährige Anna Møller Yang aus Hasle.

Sie ist Mitglied des Mensa-Vereins für besonders Begabte. Sie erlebt, dass für sie als intelligente Frau eine besondere Erwartung besteht. „Ich denke oft, dass sie auf das Vorurteil stoßen, dass sie, wenn sie in Ihrem Erscheinungsbild aufsteigen, nicht gleichzeitig beruflich interessiert sind oder über eine hohe Intelligenz verfügen können. Wenn ich eines Tages in Glitzerschuhen und rosa Kleidern komme, werde ich so behandelt, als wüsste ich nicht so viel“, sagt Anna Møller Yang.

„Ich finde es nicht so schön, wenn ich weiß, dass ich so viel kann wie die Jungs, aber ich werde so behandelt, als gäbe es einen Unterschied“, sagt Anna Møller Yang zu TV2 ØSTJYLLAND.

Die Direktorin des Gender Museum Julie Rokkjær Birch

Gerade anlässlich des Internationalen Frauentages glaubt die Direktorin des KØN – Gender Museum Denmark weiterhin, dass es Grund gibt, über die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zu diskutieren. „Wir werden das Feuer in der Debatte um die Gleichstellung der Geschlechter behalten und den 8. März noch oft erleben“, sagt Julie Rokkjær Birch, Direktorin des KØN – Gender Museum Denmark, gegenüber TV2 ØSTJYLLAND.

Anna Møller Yang wurde diesen Sommer Schülerin einer technischen Schule, und hier erlebte sie, dass die Jungen besser in der Lage waren, ihre Hand zu heben, obwohl sie die Antwort nicht unbedingt kannten. Sogar sie zögerte, weil sie sich zurüchgesetzt fühlte, wenn sie falsch antwortete. „Ich habe es ein bisschen getan, um mit der Idee zu spielen, dass es das Männliche ist, das der Größte, Stärkste und Klügste sein sollte. Aber es ist schade und es gibt keinen Grund dafür“, sagt Anna Møller Yang.

Das Museet Køn – das ehemalige Frauenmuseum in Aarhus – hat kürzlich seinen Namen geändert.

„Alle Frauen über einen Kamm zu scheren könnte darauf beruhen, wie Frauen, die akademisch gut abschneiden, in der öffentlichen Debatte erwähnt werden“, sagt Camilla Skovbjerg Paldam. Sie ist Projektmanagerin für das Forschungsprojekt „Gender Honesty“ an der Universität Aarhus.

So scheren sie (Intelligente Mädchen, Hrsg.) schnell über einen Kamm und nennen sie 12-jährige Mädchen, wodurch ihre Leistung eher zu einer einfallslosen Fleißigkeit als zu ihrer selbständigen Arbeit und Intelligenz wird“, sagt sie zu TV2 ØSTJYLLAND.

Deshalb freut sich Julie Rokkjær Birch auch darüber, dass die Debatte um die Gleichstellung der Geschlechter auch mit der jüngsten Welle angestoßen ist. „Normalerweise wird in den Medien nicht viel über Geschlecht und Gleichstellung gesprochen. Aber jetzt ist es so, als wäre seit vielen Tagen der 8. März. Es steht auf der Tagesordnung. Es ist positiv, es wird gebraucht und wir erleben einen großen kulturellen Wandel“, sagt die Museumsdirektorin.

Quelle: TV2 ØSTJYLLAND – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 09.03.2021

Fotos: TV2 ØSTJYLLAND