Ist es für das Klima am besten, Reis oder Kartoffeln zu essen – und wie viel kostet es, wenn Ihr Gemüse sowieso nicht in Dänemark angebaut wird? Zwei Teller haben die Debatte darüber angeheizt, was eine klimafreundliche Ernährung wirklich ist. Einer gehört dem Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei Rasmus Prehn (Socialdemokraterne), der andere dem Landwirt Jesper Fredslund Davidsen.

Das Thema wurde angestoßen, als Rasmus Prehn am Sonntag auf Facebook Fotos seiner hausgemachten Chili con Carne mit einer begleitenden Übersicht darüber veröffentlichte, mit welchem Gemüse er das Fleisch gemieden hatte.

„Pflanzenbasierter Kampf gegen Lebensmittelverschwendung“, lautete die Überschrift der Ausgabe. Dieses führte dazu, dass das Kommentarfeld mit lobenden und kritischen Eingaben überlief. Und auch der Bauer Jesper Fredslund Davidsen aus Odsherred engagierte sich. Er postete ein Bild von Schinkenbraten, Kartoffeln, brauner Sauce und Rotkohl und wies den Minister darauf hin, dass Lebensmittelabfälle „nie existiert haben, woher ich komme“.

„Die Welt ist nicht nur schwarz und weiß“ schrieb der Landwirt. Darüber hinaus wies er darauf hin, dass der Reis auf Rasmus Prehns Teller für das Klima etwas stressiger ist als Kartoffeln, und dass einige der Gemüsesorten im vegetarischen Gericht des Ministers weder lokal noch dänisch waren.

Gegenüber TV 2 erklärte Jesper Fredslund Davidsen, dass „die Welt nicht nur schwarz und weiß ist“. Er stimmt zu, dass die Dänen über Lebensmittelverschwendung, Ernährungsberatung und die Klimaauswirkungen der Fleischproduktion nachdenken sollten. „Ich denke aber nicht, dass es entweder oder sein muss. Entweder nur pflanzliche Lebensmittel oder viel Fleisch“, sagt er. „Es sollte auch in Ordnung sein, ein wenig gewöhnliches Essen zu essen, nennen wir es altmodisches Essen, wenn Sie nur die richtigen Zutaten verwenden und kein Rindfleisch aus Uruguay kaufen, wo es auf dem Weg lange Transporte gegeben hat“, sagt er.

Und genau der Verkehr, so glaubt der Landwirt, ist ein wichtiger Faktor, wenn wir über Klimakonten sprechen. „Es hat auch Konsequenzen für die Klimaauswirkungen, wenn die Rohstoffe die halbe Welt bereist haben“, sagt Jesper Fredslund Davidsen.

Aber was können Sie mit gutem Gewissen auf Ihren Teller legen? Einschließlich einer vereinfachten Übersicht über den Klima-Fußabdruck der Zutaten, die die beiden Gerichte enthalten. Die Rohstoffe und ihre Abdrücke wurden in der „großen Klimadatenbank“ gesucht, hinter der sich die grüne Denkfabrik „Concito“ befindet. Der Wert des Klima-Fußabdrucks wird in sogenannten CO₂-Äquivalenten pro Kilo Lebensmittel berechnet.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

ünter Schwarz – 09.03.2021

Foto: TV2