(Gedser) – Dem legendären Stellwerk der Olsen Bande in Gedser fehlt das Nebengebäude. Jetzt kämpft der Fanclub darum, genug Geld zu sammeln, um ein neues zu bauen. Seit 2016 befindet sich „Det Gule Palæ“, auch als Stellwerk vom Olsen Banden-Film „På Sporet“ (der 8. Olsen Bande Kilm mit dem deutschen Titel „Die Olsenbande und Dynamit-Harry auf den Gleisen“) bekannt, im Eisenbahnmuseum Gedser Remise in der Nähe des Gedser-Bahnhofs.

Ursprünglich gehörte jedoch auch ein niedriges Nebengebäude zum Stellwerk, das sich jedoch in einem so schlechten Zustand befand, dass es den Umzug von København nach Gedser nicht überlebte. Daher versucht der dänische Olsen Banden Fanclub in Zusammenarbeit mit dem deutschen Fanclub und der Gedser Remise nun, Geld für den Bau eines neuen Nebengebäudes zu sammeln.

„Im Film spielt das Nebengebäude selbst keine so wichtige Rolle wie das Stellwerk, trägt aber dennoch dazu bei. Darüber hinaus handelt es sich um ein sehr ikonisches Gebäude des berühmten Architekten Heinrich Wenck, das für erhaltenswert erklärt wurde.

„Um das Gebäude wieder vollständig zu erhalten, werden wir das Gebäude so umbauen, dass das Äußere wie das ursprüngliche Gebäude aussieht“, sagt Rune Holm Clausen, Vorsitzender des dänischen Olsen Banden Fanclubs.

„Det Gule Palæ“ wurde 1909 von Heinrich Wenck entworfen und hatte ursprünglich ein Nebengebäude, das auf dem Bild zu sehen ist. Foto: Erik V. Pedersen

„Det Gule Palæ“ landete in der Gedser Remise, weil es in einem alten DSB-Gebiet in København abgerissen werden sollte. Durch sorgfältige Bemühungen des dänischen und deutschen Olsen Banden-Fanclubs sowie der Gedser Remise wurde der ikonische Turm 2016 gerettet und nach Gedser gebracht. Hier wurde er umfassend renoviert und erscheint heute als kleines Olsen Banden-Museum mit einer restaurierten Kulisse, die fast identisch mit den Szenen aus dem Olsen Banden Film von 1975 ist.

Seit der Einweihung des Stellwerks im Jahr 2017 hat sich die Besucherzahl laut Rune Holm Clausen in der Gedser Remise verzehnfacht, von rund 800 jährlichen Besuchern auf rund 10.000 jährliche Besucher. Das Fehlen eines Nebengebäudes schmälert jedoch einen Teil der Freude, und deshalb hofft Rune Holm Clausen, dass es den beiden Fanclubs und der Gedser Remise endlich gelingt, genug Geld zusammenzukratzen, damit der Bau Wirklichkeit wird.

„Das Projekt ist kein Teilprojekt, in dem wir kontinuierlich Dinge tun können, indem wir Geld sammeln. Wir haben uns vorgenommen, dass wir zu mindestens 80 Prozent finanziert sind, bevor wir anfangen“, sagt er.

Nach zweijähriger Vorbereitung kam „Det Gule Palæ“ an einem Sonntag 2016 in Gedser an.

Der Bau eines neuen Nebengebäudes von rund 170 Quadratmetern wird rund drei Millionen Kronen (403,4 Tsd. Euro) kosten. Der Großteil des Geldes, ungefähr 2,5 Millionen Kronen (336,1 Tsd.Euro), soll durch Stiftungen aufgebracht werden, und die letzte halbe Million werden sie versuchen, durch Spenden von Unternehmen und Fans aufzubringen.

„Skaks Specialtransport, welches das Stellwerk 2016 verlegt hat, hat unter anderem angekündigt, dass es von dem Unternehmen, das das Gebäude bauen wird, die Frachtkosten mit Baumaterial spenden möchte. Bisher haben die Fans auch nur rund 70.000 Kronen (9.400 Euro) gespendet, und wir denken, dass es dennoch ziemlich gut gelaufen ist, da wir gerade angefangen haben“, sagt Rune Holm Clausen.

Das Sammeln von Geld wurde ursprünglich im Jahr 2019 begonnen, ist aber seit über einem Jahr inaktiv – teilweise aufgrund von Corona. Im Januar 2021 nahmen sie die Sammlung wieder auf, und Rune Holm Clausen sagt, dass jetzt alle Segel gesetzt sind, um genug Geld für das Projekt einzusammeln. Das Projekt wurde kürzlich auch von der Kommune Guldborgsund finanziell unterstützt, die Höhe ist jedoch noch nicht bekannt.

Rune Holm Clausen sagt, dass sie auch den dänischen Bürgermeister der Hansstadt Rostock gefragt haben, ob Rostock, Gedsers Patenstadt, Interesse an einer Unterstützung haben könnte. „Also reiten wir jetzt auf vielen Pferden“, sagt er.

Rune Holm Clausen vor „Det Gule Palæ“ in Gedser Foto: Olsen Banden Fanclub

Das Nebengebäude wird noch mehr Gäste anziehen. Im Inneren des Nebengebäudes werden ein Café, Toiletten, eine Garderobe und ein Mehrzweckraum mit Platz für 80 bis 150 Personen eingerichtet. Der Mehrzwecksaal soll daher als zentraler Treffpunkt für die vielen Gäste von Remisen fungieren, der für verschiedene kulturelle Veranstaltungen wie Vorträge, Konzerte, Bürgerversammlungen und dergleichen genutzt werden kann.

Rune Holm Clausen ist daher überzeugt, dass der Bau des neuen Nebengebäudes die Besucherzahl noch weiter erhöhen wird. „Daran habe ich keinen Zweifel. Erstens wird es für alle Olsen Banden-Fans noch mehr Interesse wecken, wie viele von denen, die das Stellwerk gesehen haben, wiederkommen und das Nebengebäude sehen möchten. Darüber hinaus wird das Interesse an Architektur- und Zugbegeisterten zunehmen, da dieses eine Eisenbahngeschichte hat. Darüber hinaus muss man laut Rune Holm Clausen allen Besuchern danken, die an den verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen, die das Nebengebäude ermöglichen wird.

Die Firma Træhuse A/S wird für den Bau des Nebengebäudes verantwortlich sein und kann frühestens Anfang 2022 beginnen. Wenn es ihnen gelingt, bis dahin genügend Geld zu sammeln, hofft Rune Holm Clausen, dass das Nebengebäude im Spätsommer 2022 fertiggestellt werden kann. „Es ist ein bisschen optimistisch, aber wir hoffen. Jeder, mit dem wir sprechen, hält das für eine gute Idee, und wenn Sie von so vielen Seiten so viel Unterstützung erhalten, wissen Sie auch, dass Sie etwas richtig machen“, sagt er.

Quelle: TV2 ØST – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 10.03.2021

Fotos: TV2 ØST / Erik V. Pedersen / Olsen Banden Fanclub