(Bornholm) – Die Insel Bornholm kann, wenn sich die Arbeit mit dem neuen Energieprojekt in der Nordsee hinzieht, zur ersten Energieinsel der Welt werden. Aber Geschwindigkeit ist entscheidend. Vor der Küste von Bornholm werden Offshore-Windparks mit Verbindungen zu mehreren Ländern gebaut, und dann wird auf der Insel eine Fabrik gebaut, die den Strom in klimafreundliche Brennstoffe umwandeln kann.

Mit Bornholm als Zentrum ist geplant, Dänemark zum Weltmarktführer zu machen. Im Februar beschloss das Folketing, die weltweit erste künstliche Energieinsel in der Nordsee zu errichten. Bornholm hingegen wird eine natürliche Energieinsel sein, und jetzt stellt sich die Frage, welches der beiden Projekte sich in Zukunft als die erste Energieinsel der Welt bezeichnen kann.

In der Vereinbarung vom Februar über das Projekt für künstliche Energie wird beschrieben, dass Bornholm aktiviert werden kann, wenn sich das neue Projekt nach 2030 hinzieht. Zuerst mit Energie nach Sjælland (Seeland) und dann mit Möglichkeiten, beispielsweise nach Deutschland zu liefern. Das schreibt „Danske Havne“ in einer Pressemitteilung.

„Es ist äußerst positiv“, sagt Tine Kirk Pedersen, Direktorin der Danske Havne“, und fährt fort: „Das Tempo ist entscheidend. Es gibt einen großen und offensiven Fokus auf die Nutzung von Offshore-Wind. Die neue Power-to-X-Technologie, mit der Ökostrom aus Offshore-Windparks in klimafreundlichen Kraftstoff für Schiffe und Flugzeuge umgewandelt werden kann.“

Langfristig umfasst die Vision von Bornholm als natürliche Energieinsel mehrere Windparks und mögliche Kabelverbindungen nach Schweden und Deutschland. Eine staatliche Ausschreibung bestimmt, wer den Plan ausführen soll. Später wird einem Land wie Polen möglicherweise Ökostrom von der Energieinsel Bornholm entzogen. Der Offshore-Wind ist der Schlüssel, um Dänemark frei von fossilen Brennstoffen zu machen.

Zuletzt hat die Internationale Energieagentur dokumentiert, dass die Nordsee und die Ostsee das 11-fache des weltweiten Stromverbrauchs liefern können. Und so kann Bornholm die Insel werden, die Europa in Bezug auf die Ökostrom noch enger zusammenhält.

„Bornholm ist fantastisch gelegen und bereits dort, wo die geplante Insel in der Nordsee erst einmal errichtet werden muss. Je schneller wir die Entwicklung des Einsatzes von Offshore-Wind beschleunigen, desto besser. Dänemark sollte seine führende Position im Bereich Offshore-Wind und dessen vielversprechende Nutzung beibehalten, damit die Politik schnell und entschlossen handeln muss“, sagt Tine Kirk Pedersen.

Das deutsche 50Hertz und das dänische Energinet haben eine Vereinbarung zur Durchführung der Studien getroffen, die vor dem Jahresende herausfinden sollen, ob es möglich und vorteilhaft ist, eine elektrische Kabelverbindung zwischen den beiden Ländern über Bornholm als zukünftige Energiequelle herzustellen .

Quelle: TV2/Bornholm – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 11.03.2021

Fotos: TV2/Bornholm