Im Februar forderte eine Interessengruppe für dänische Ferienhausbesitzer in Schweden die dänischen und schwedischen Minister auf, sie von Einreiseverboten in unsere Nachbarländer auszunehmen. Dänen, die ein Ferienhaus in Schweden besitzen, sind frustriert. Seit dem 22. Dezember dürfen Dänen nicht mehr nach Schweden reisen, es sei denn, sie haben einen erkennbaren Zweck.

Im Februar veranlasste die Frustration die Interessenorganisation für Dänen mit Ferienhäusern in Schweden, Danske Torpare, einen schriftlichen Appell an die schwedischen und dänischen Minister zu richten. Darin forderten sie dänische Ferienhausbesitzer auf, trotz des Einreiseverbots nach Schweden zu reisen. Jetzt haben sie eine Antwort von Außenminister Jeppe Kofoed (Socialdemokraterne) erhalten, über die TV 2 Lorry verfügt.

„Ich habe großes Verständnis für die Herausforderungen, die Dänen mit Ferienhäusern in Schweden erleben. Letztendlich entscheidet jedoch nur Schweden, welche Einschränkungen sie in der gegenwärtigen Situation für notwendig halten, genau wie es für Dänemark der Fall ist“, schreibt Jeppe Kofoed in der Antwort an die dänischen Ferienhausbesitzer.

In Danske Torpare mit 10.000 Mitgliedern ist es unverständlich, dass Dänen nicht über den Sund fahren dürfen, um sich ihre Ferienhäuser anzusehen, wenn Menschen aus anderen Ländern dorthin reisen dürfen. Neben Dänemark hat Schweden ein Einreiseverbot für Personen aus Norwegen und dem Vereinigten Königreich eingeführt. Dieses bedeutet, dass Menschen aus anderen Ländern gerne nach Schweden reisen können, wenn sie einen negativen Coronatest vorlegen.

„Wir möchten, dass unsere Mitglieder nach Schweden gehen können, um sich um ihre Immobilien zu kümmern. Die Frist, um dort aufzustehen und unsere Immobilien zu sichern, war sehr kurz, bevor Schweden die Grenze schloss. So viele von uns haben ihre Immobilien nicht durch Frost geschützt“, sagt Victoria Lindtner, Leiterin des Sekretariats in Danske Torpare, gegenüber TV 2 Lorry.

Wir haben dort oben Nachbarn, die sich gemeldet haben und gesagt haben, dass es in den Häusern Frost- und Wasserschäden gibt. Wir wissen nicht, wie weit es geht, denn viele Mitglieder haben keine Nachbarn, die die Häuser betreten können. Wir wissen auch, dass mehrere Einbrüche hatten. Es ist wichtig für uns, dort hochzukommen, denn es ist nicht bekannt, ob die Versicherung abdeckt, wenn Sie das Haus nicht frostgeschützt haben“, sagt sie.

Der schwedische Innenminister Mikael Damberg und die schwedische Außenministerin Ann Linde antworteten auf den Brief im Februar in einer gemeinsamen Antwort, in die TV 2 Einblick erhielt. Sie verstehen die Frustration der Dänen, die ein Ferienhaus auf dem Land besitzen, aber sie weigerten sich, besondere Ausnahmen für sie zu machen. „Die Regierung betrachtet und hofft auf das Einreiseverbot als vorübergehende Maßnahme, aber im Moment ist es absolut notwendig, eine weitere Ausbreitung von Infektionen und den Verlust von Menschenleben zu verhindern“, schließt das schwedische Justizministerium ihre Antwort auf Danske Torpare ab.

Die Interessenorganisation hat mehrere konkrete Lösungsvorschläge vorbereitet, die es dänischen Ferienhausbesitzern ermöglichen, nach Schweden zu reisen. Dieses beinhaltet unter anderem das direkte Hin- und Herfahren zu den Ferienhäusern, die Vorlage eines negativen Coronatests, die Dokumentation des Eigentums und eine mögliche Begrenzung der Anzahl der Tage für den Aufenthalt.

Außenminister Jeppe Kofoed erkennt die Vorschläge als gut und konstruktiv an und schreibt, dass er sie in die weiteren Gespräche mit den Schweden einbeziehen wird. „Noch letzte Woche hat die Regierung auf Ministerebene Kontakt mit der schwedischen Regierung aufgenommen“, heißt es in seinem Brief.

Derzeit gilt das Einreiseverbot bis zum 31. März, und Danske Torpare hofft und rechnet damit, dass sich die Grenze bis dahin öffnen wird. „Wir wollen eine gesunde Lösung finden, wie wir dorthin gelangen können. Wir haben Antworten von den Ministerien erhalten und führen einen Dialog. Wir wollen nur gleichberechtigt mit anderen EU-Bürgern nach Schweden reisen können, die nur einen negativen Test vorweisen müssen“, sagt Victoria Lindtner gegenüber TV 2 Lorry.

Obwohl Schweden für dänische Ferienhausbesitzer ein geschlossenes Land ist, ist es als Däne gestattet, über die Meerenge zu reisen, wenn Sie im Nachbarland leben oder arbeiten. Darüber hinaus muss Kindern, die einen Elternteil in Schweden besuchen sollen, die Einreise gestattet werden, ebenso wie eine besondere Erlaubnis erteilt werden kann, wenn eine dringende familiäre Situation eingetreten ist.

Personen, die von und nach Bornholm reisen, dürfen ebenfalls durch Schweden fahren, dürfen sich dort jedoch nicht aufhalten.

Quelle: TV LORRY – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 13.03.2021

Foto: TV LORRY