(Kiel) – In der Nord-Ostsee-Kanal-Schleuse Kiel-Holtenau ist es zu einer Havarie gekommen. Etwa gegen 18:40 Uhr krachte am Samstag ein Frachter von See kommend in das Tor der Nordkammer.

Für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau (WSA) ist am Sonnabend womöglich ein Albtraum wahr geworden: die Havarie eines Frachters mit einem Schleusentor. Denn als im vergangenen Jahr der Frachter „Else“ gegen ein Tor stieß, wurde das letzte verfügbare Ersatz-Tor eingebaut. Nun kann die Schifffahrt vorerst nur eine Schleusenkammer in Kiel nutzen. Lange Wartezeiten sind vorprogrammiert. Vermutlich werden viele Schiffe eher die Fahrt um Dänemark herum in Kauf nehmen, statt die Abkürzung durch den Nord-Ostsee-Kanal zu nutzen.

Noch ist nicht klar, wie es zu der Havarie kommen konnte. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein soll es an Bord des Frachters „Wilson Goole“, der unter Maltas Flagge fährt, einen Maschinenausfall gegeben haben. Anschließend krachte der 88 Meter lange Frachter ungebremst von See kommend in der Nordkammer der Schleuse gegen das Tor. Durch die Kollision wurde es schwer beschädigt, anders als bei der Havarie mit dem Frachter „Else“ oder vor mehr als drei Jahren mit der „Akacia“ blieb die „Wilson Goole“ allerdings nicht stecken. Noch am Abend wurde das Schiff mit zwei Schleppern zur nahe gelegenen Lindenau-Werft gebracht.

Quelle NDR – überarbeitet und veröffentlicht von

NDR / Günter Schwarz – 14.03.2021

Fotos: NDR / Archivbild