Deutschland steht zusammen mit mehreren anderen europäischen Ländern vor einer dritten Koronawelle. Der deutsche Epidemiologe Dirk Brockmann alarmiert über die derzeit exponentiell steigenden Infektionsraten in Deutschland.

Deutschland hat am Montag 5.480 neue Fälle von Coronavirus registriert, während 238 Deutsche mit Covid-19 ihr Leben verloren haben. Das Robert-Kock-Institut, das in Deutschland für die Seuchenbekämpfung und -prävention zuständig ist, prognostiziert, dass der Anstieg der Infektionen Mitte April zu einem neuen Infektionsrekord führen wird.

Deutschland ist eines von mehreren europäischen Ländern, die derzeit in eine dritte Welle eintreten. Neben Deutschland sind Frankreich, Italien, Polen, die Tschechische Republik und jetzt auch Norwegen vom Coronavirus stark betroffen. Wo Dänemark allmählich Teile der Gesellschaft öffnet, sind diese Länder im Gegenteil gezwungen, zu schließen, um die Infektion einzudämmen.

Norwegen hat beispielsweise in Oslo historisch strenge Beschränkungen eingeführt. Von nun an dürfen die Einwohner der Gemeinden nur noch zwei Besucher in Privathäusern empfangen. In Frankreich hat Präsident Macron eine Ausgangssperre verhängt, und mehrere Gesundheitsexperten fordern den Präsidenten auf, den Sprung zu wagen und eine völlige Schließung der französischen Gesellschaft einzuführen.

In Deutschland hingegen haben einige der Beschränkungen begonnen, aufgehoben zu werden. Mehrere Geschäfte durften wiedereröffnen – allerdings mit einer begrenzten Anzahl von Kunden – ebenso wie kulturelle Einrichtungen wie Museen für die Öffentlichkeit wieder zugänglich sind. Die Öfnungen hängen jedoch von den Inzidenzzahlen ab, d. h. von der Anzahl der mit Covid-19 infizierten Personen, die über einen Zeitraum von sieben Tagen unter 100.000 Einwohnern waren. Infolgedessen konnten einige Regionen und Städte stärker öffnen, während andere geschlossen bleiben mussten.

Den meisten Ländern ist gemeinsam, dass sie langsam mit den Impfungen begonnen haben. In Deutschland hat Lothar Wieler vom Robert Koch-Institut zuvor gesagt, dass das deutsche Impfprogramm in einem Wettlauf mit den verschiedenen Mutationen steht, die derzeit die öffentliche Gesundheit des Landes bedrohen. Dieses gilt insbesondere für die britische Mutation B117.

Deutschland hat wie Dänemark die Anwendung von AstraZeneca ausgesetzt, bis der mögliche Zusammenhang zwischen Impfstoff und Blutgerinnseln gründlich untersucht wurde. AstraZeneca hatte bereits einen schlechten Ruf bei unseren Nachbarn im Süden. Hier hat die Angst vor Nebenwirkungen die Deutschen veranlasst, Nein zum Impfstoff von AstraZeneca zu sagen. Sie würden lieber mit dem deutsch-amerikanischen Impfstoff BioNTech/Pfizer geimpft, was dazu geführt hat, dass in Deutschland über eine Million überschüssige AstraZeneca-Impfstoffe herumliegen.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

ünter Schwarz – 16.03.2021

Foto: TV2