(Randers) – Während der Renovierung eines Hauses erschien ein Gruß aus der Vergangenheit. Jetzt ist die Geschichte im Museum Østjylland gesichert.

Als eine Familie aus Randers gerade ihr Haus renovierte, erschien hinter der Tapete ein besonderer kleiner Gruß. „Skidde Adolf“ (Scheiß Adolf), heißt es, und die Botschaft wird durch einen Cartoon von Adolf Hitler ergänzt.

Bilder und die Geschichte dieser Begrüßung sind jetzt im Museum Østjylland gesichert. Foto: Museum Østjylland / Privat

„Etwas zurückzulassen ist etwas, was die Leute immer getan haben. Sie wissen genau, sie sind Teil einer Zeit, und diese Zeit vergeht, und deshalb macht es Spaß, dass sie sich einen Namen gemacht haben“, sagt Chefinspektorin Hanne Schamburg Sørensen vom Museum Østjylland.

Wer hinter dem Wandbild mit Adolf Hitler steht, ist unbekannt. Vielleicht war es der damalige Besitzer, der Kioskbesitzer Børge Andersen, der seine Frustration loswurde, als er das Haus 1939/40 baute. Oder vielleicht einer der Handwerker, die ihm dabei geholfen haben. Laut dem Museum Østjylland weisen das Motiv und der Text zumindest darauf hin, dass dieser – weniger schmeichelhafte – Gruß während des Zweiten Weltkriegs verfasst wurde.

Und es gibt wahrscheinlich viele, die während eines Umbaus einen „Gruß“ aus der Vergangenheit gefunden haben – oder vielleicht sogar einen hinterlassen haben. Laut der Chefinspektorin ist es seit vielen hundert Jahren üblich – und tatsächlich reicht der Brauch, eine verborgene Botschaft zu hinterlassen, bis in die Antike zurück.

„Aus historischer Sicht ist es nicht ungewöhnlich, eine Art Zeitkapsel mit einigen Dingen, einer versteckten Botschaft, Zeichnungen oder etwas anderem gemacht zu haben. Es kann auch auf dem alten Aberglauben beruhen, bei dem sie ein Ding oder ein Tier unter der Tür begraben haben, um das Böse abzuwehren“, sagt Hanne Schamburg Sørensen.

Das Museum Østjylland hat Ausstellungen in Museumsgebäuden in Randers, Grenaa und Ebeltoft. Foto: Museum Østjylland

Die Familie, die die Zeichnung während der Renovierung des Hauses gefunden hatte, entschied sich, das Museum Østjylland wegen ihres Fundes zu kontaktieren. Und das Museum weiß das sehr zu schätzen. Im Museum Østjylland haben Hanne Schamburg Sørensen und ihre Kollegen nun alle Informationen und Bilder der satirischen Zeichnung und des Begleittextes gesichert, damit sie später in einer Ausstellung verwendet werden können.

„Jetzt ist es Teil unseres Archivs und kann in verschiedenen Kontexten verwendet werden. Es kann zum Beispiel eine Ausstellung über Baukultur oder den Zweiten Weltkrieg sein“, sagt Hanne Schamburg Sørensen.

Darüber, ob die Familie sich entschieden hat, das Wandbild zu bewahren, wurde nichts berichtet.

Christian aus Djursland ist tief fasziniert vom Zweiten Weltkrieg. Durch viele Stunden Forschungsarbeit verbindet er Flugzeuge, Medaillen und Menschen.

Quelle: TV2 ØSTJYLLAND – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 20.03.2021

Fotos: TV2 ØSTJYLLAND / Museum Østjylland / Privat