Die Nachbarländer befürchten eine neue dritte Welle, und Frankreich und Polen schließen sich teilweise. In Dänemark ist es anders. Man versucht, die Coronainfektion so gering wie möglich zu halten, dass die Behörden stillschweigend Schulen und berufliche Bildung stillschweigend wiedereröffnen.

Aber auf der anderen Seite der Landesgrenzen sieht es ganz anders aus. In Norwegen, Schweden, Deutschland, Belgien, Polen, Frankreich, Italien, der Ukraine und mehreren anderen europäischen Ländern steigt die Infektionsrate so stark an, dass eine dritte Welle von Covid-19 befürchtet wird.

Frankreich, Polen und die Ukraine führen daher ab heute neue, teilweise Beschränkungen ein. Norwegen, Bulgarien und Italien haben Anfang der Woche dasselbe getan.

Frankreich: Ein Drittel des Landes ist geschlossen

„Le moulin rouge“ in Paris.

Etwa ein Drittel der Einwohner Frankreichs, einschließlich der Hauptstadt Paris, ist seit mindestens vier Wochen von neuen Schließungen betroffen, wobei nicht systemrelevante Unternehmen geschlossen bleiben müssen. Die Schulen sind weiterhin geöffnet, ebenso wie Sport im Freien erlaubt ist.

Wenn Frankreich wieder schließt, ist es darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Infizierten in der vergangenen Woche um 14 Prozent gestiegen ist, schreibt AFP. Etwa 75 Prozent der in Frankreich mit Corona infizierten Personen sind von der britischen Covid-19-Variante betroffen.

Polen: Mehr Beatmungsgeräte im Einsatz als je zuvor

Polnische Kinder müssen jetzt online unterrichtet werden.

In Polen geht die Zahl der Infektionen ebenfalls in die falsche Richtung. Seit November gab es nicht mehr so ​​viele Neuinfektionen pro Tag, und mehr als je zuvor sind Atemschutzgeräte mit Covid-19 in Krankenhäusern in Betrieb.

Aus diesem Grund wurde ab heute eine dreiwöchige Schließung eingeführt: Einkaufszentren, Hotels, Kultur- und Sporteinrichtungen werden wieder geschlossen, so wie polnische Schulkinder online unterrichtet werden müssen. Bei mehreren Kindern wurde Covid-19 diagnostiziert, da nach Angaben des schwedischen Rundfunks die britische Virusmutation für 60 Prozent der polnischen Coronafälle verantwortlich sein soll.

Deutschland: Möglicherweise sind Einschränkungen in Vorbereitung

BILD: Dritte-Welle-c – Bundeskanzlerin Merkel ist bereit, die „Notbremse“ zu ziehen

In Deutschland ist Polen jetzt als Hochrisikogebiet eingestuft, und ab morgen muss jeder, der die Grenze nach Deutschland überquert, einen negativen Coronaltest vorlegen. Berufspendler sind davon ausgenommen, sie müssen den Test zweimal wöchentlich machen und nachweisen.

Die deutsche Infektionsrate steigt bereits so stark an, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern sagte, dass die Behörden wahrscheinlich die „Notbremse“ ziehen und Beschränkungen wieder einführen werden, wenn die Infektionsrate nicht kontrolliert wird. Am heutigen Sonntag liegt der Inzidenzwert bundesweit bei 103,9.

Schweden: „Jetzt sind wir wieder da“

Das schwedische Militär richtet auf dem Stockholmer Messegelände in Alvsjö ein Feldkrankenhaus mit zusätzlichen Intensivstationen ein.

In Schweden wurde insbesondere die Hauptstadt Stockholm von Covid-19 schwer getroffen. In der vergangenen Woche ist die Zahl der Infizierten um 20 Prozent gestiegen, und deshalb haben die Behörden gestern die Bereitschaft im Gesundheitswesen erhöht, schreibt SVT.

„Jetzt sind wir wieder da. Es wird eine Zeit kommen, in der wir so leben können wie zuvor, aber es ist nicht jetzt“, sagte der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven am Donnerstag über die Infektionswelle im Land.

Ukraine: Kiev (Kiew) und Lviv (Lemberg) geschlossen

In Kiev steigt die Zahl der Infektionen, während sie gegen Covid-19 impfen.In der Ukraine hat die Zahl der Infektionen ebenfalls den höchsten Stand seit November erreicht, weshalb die Hauptstadt Kiev seit heute für mindestens drei Wochen geschlossen ist.

„Wir müssen Zeit gewinnen und einen Zusammenbruch des Gesundheitsnestes vermeiden“, sagte der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko.

Gestern wurde auch die Stadt Lviv im Westen der Ukraine geschlossen, darunter Cafés, Restaurants und nicht unbedingt benötigte Geschäfte.

Quelle: Danmarks Radio – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 21.03.2021

Fotos: Danmarks Radio