(Aalborg) – 60 Prozent aller Mikroplastiken stammen von den Autos. Daher testen die Universität Aalborg und die dänische Straßenverwaltung weltweit als erste eine völlig neue Methode zur Erfassung von Mikroplastik entlang von Autobahnen.

Eine kleine Handvoll Regenwasserbecken am Herningmotorvejen ist das Zentrum einer potenziellen Weltneuheit. In diesen Becken testen die dänische Straßenverwaltung und die Universität Aalborg eine völlig neue Methode zur Reinigung der Abfallstoffe, die beim Autofahren abgerieben werden, insbesondere des sogenannten Mikroplastiks aus den Reifen.

Das Experiment ist das erste seiner Art auf der ganzen Welt. Und die Projektmanager dahinter haben hohe Erwartungen daran. „Wir haben eine große Herausforderung beim Sammeln des Mikroplastiks, das aus dem Verkehr kommt, und hier scheinen die Pools wirklich gut zu funktionieren. Sie wurden ursprünglich gebaut, um das Wasser von Schwermetallen und anderen umweltschädlichen Substanzen zu reinigen. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen jedoch, dass sie auch das Mikroplastik einfangen“, sagt Projektmanager Niels Krogh Kristensen von der dänischen Straßenverwaltung, der für den täglichen Betrieb des Pilotprojekts und den Hintergrund des Experiments verantwortlich ist und der sagt, dass etwa 60 Prozent aller in die Natur emittierten Mikroplastiken aus Autoreifen stammen.

Dieses Mikroplastik wird über das Oberflächenwasser der Straßen in die Natur gespült, aber mit Hilfe der Pools entlang der Autobahn wird das Oberflächenwasser gesammelt und gereinigt, bevor es weiterläuft. „Wir haben eine effiziente und Low-Tech-Anlage zur Reinigung des Straßenwassers eingerichtet, und unsere vorläufigen Tests zeigen tatsächlich, dass das Wasser am Auslass des kleinen Korskær Bæk so sauber ist wie das umgebende Grundwasser“, sagt Professor Jes Vollertsen vom Institut for Byggeri, By og Miljø (Institut für Bau, Stadt und Umwelt) von der Universität Aalborg, das hinter dem wissenschaftlichen Teil des Projekts steht.

Die Regenwasserbecken, die sich auf dem Rastplatz Kalbygård Skov befinden, reinigen das Wasser von der Autobahn und verfügen über spezielle Filter, mit denen praktisch das gesamte Mikroplastik, das im Regenwasser landet, von der Autobahn entfernt wird.

„Auf der Autobahn Herning verkehren durchschnittlich 30.000 Autos pro Tag, was jedes Jahr zwei Tonnen Mikroplastik aus Autoreifen zur Folge hat. Ein Teil des Mikroplastik weht weg, aber für den Teil, der von der Straße im Regenwasser bleibt, fangen wir 70 bis 80 Prozent in den beiden Regenwasserbecken und die letzten 20 bis 30 Prozent in einem Filter“, sagt Jes Vollertsen.

Das bahnbrechende Experiment hat auch in Norwegen und Schweden Aufmerksamkeit erregt, wo es über die Universität Aalborg verfolgt wird. Die endgültigen Ergebnisse werden zum Jahreswechsel vorliegen. „Die bisherigen Ergebnisse sind gut, daher werden wir die Erfahrungen der beiden Versuchsanlagen in der Toolbox mitnehmen, wenn wir Lösungen finden müssen, wie wir in Zukunft mit dem Wasser entlang der Straßen umgehen können“, sagt Niels Krogh Kristensen.

Quelle TV NORD – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 22.03.2021

Foto: TV NORD