Die Grenze bleibt für deutsche Touristen in dänischen Ferienhäusern immer noch geschlossen. Die Branche kritisiert die Politiker in Christiansborg dafür, dass sie eine riesige Tourismusindustrie ignoriert haben.

Der Handelsverband der Ferienhausvermieter ist sehr unzufrieden mit der Tatsache, dass die noch geschlossenen Grenzen im Wiedereröffnungsplan, auf den sich die Politiker in Christiansborg am Montagabend geeinigt haben, nicht mit einem Wort erwähnt werden. „Es ist zutiefst schädlich für die Tourismusbranche und unverständlich. Es ist, als ob Christiansborg ignoriert, dass es eine riesige Tourismusbranche gibt, die ums Überleben kämpft“, sagt Carlos Villaro Lassen, Direktor der Zweigorganisation Feriehusudlejernes, in einer Pressemitteilung.

Er verweist auf die Erfahrungen des letzten Sommers mit mehr als zehn Millionen ausländischen Übernachtungen in Ferienhäusern und weniger als zehn Einzelfällen von Infektionen. „Es zeigt, dass der Aufenthalt in einem Ferienhaus eine sichere Form des Urlaubs ist, die das Infektionsrisiko nicht erhöht“, sagt er und fügt an: „Wir haben gezeigt, dass wir ausländische Gäste in gemieteten Ferienhäusern unterbringen können, ohne die Ausbreitung von Infektionen zu erhöhen. Ferienhausgäste kommen mit ihrem eigenen Auto aus Gebieten in Deutschland mit geringerem Infektionsdruck, und sie sind gut darin, Abstand zu halten.“

„Es scheint, dass Christiansborg so weit vom dänischen Küstentourismus entfernt ist, dass sie entweder die Konsequenzen nicht verstehen oder sich einfach nicht um die Schäden kümmern, die durch die geschlossenen Grenzen verursacht werden“, sagt Carlos Vollaro Lassen, Direktor von Feriehusudlejernes Brancheforening.

Der Fachverband befürchtet, dass der Coronapass die Einreise deutscher Touristen begrenzen wird. „Wir befürchten, dass es ein Stopper für deutsche Familien sein wird und dass sie nicht annähernd so viel Geld ausgeben wie gewöhnlich“, sagt Carlos Villaro Lassen. Er fordert einen langfristigen Wiedereröffnungsplan für den Tourismus.

In einem Brief an Statsministerin Mette Frederiksen (Socialdemokraterne) und die anderen Parteivorsitzenden der im Folketing vertretenen Parteien hat der Branchenverband der Ferienhausmieter vorgeschlagen, dass die Anmietung eines Ferienhauses ein erkennbarer Zweck sein sollte, aber die Parteien haben im langfristigen Wiedereröffnungsplan keine Position dazu bezogen.

Während des größten Teils des März sind die Infektionsraten in ganz Deutschland gestiegen, und das Land führt bis nach Ostern einen sogenannten harten Lockdown durch. Auch in Schleswig-Holstein nimmt die Infektion zu, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau als in anderen Teilen des Landes.

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 24.03.2021

Foto: TV SYD