Obwohl die Vermietungsagenturen während der Osterferien fast vollständig ausgebucht sind, vermisst die Branche die ausländischen Touristen, um den Rest der Saison zu füllen. Zu Ostern haben allerdings viele Dänen beschlossen, in ein Ferienhaus zu gehen, um die Natur zu genießen.

Bei der Vermietungsagentur Sol og Strand wird landesweit fast die Gesamtvermietung gemeldet. Trotzdem gibt es etwas, das Direktor Per Dam beunruhigt. „Es ist eine Zeit gemischter Gefühle. Im Moment gibt es viele Dänen, die Urlaub machen wollen, und darüber freuen wir uns natürlich unglaublich. Gleichzeitig sind wir uns der Folgen der Grenzschließung sehr bewusst“, sagt der Sol og Strand Direktor.

Laut Per Dam kommen 75% aller Gäste in dänischen Ferienhäusern normalerweise aus dem Ausland. Trotz der großen Nachfrage der Dänen sowohl in den Winterferien als auch in den Osterferien und Sommerferien reicht es bei weitem nicht aus, die Mietlücken zu schließen, die normalerweise von ausländischen Touristen geschlossen werden.

„Es gibt viele Dänen, die während der Osterferien Ferienhäuser mieten, und darüber freuen wir uns sehr. Nach den Osterferien bekommen wir normalerweise Touristen aus Deutschland, Holland und Norwegen. Im Moment gibt es nur eine klaffende Lücke – und es gibt nicht genug Dänen mit genügend Ferien, um den Mangel an ausländischen Touristen außerhalb der dänischen Schulferien auszugleichen“, sagt er.

Allein in Nordjylland (Nordjütland) wurden im Zeitraum April bis Juni 2019 von ausländischen Touristen 320 Millionen Kronen (43 Mio. Euro) in den örtlichen Kommunen ausgegeben. Geld, das z.B. in lokale Lebensmittelmärkte, Bekleidungsgeschäfte, Baumärkte, Attraktionen und Erlebnisparks. Daher hofft Per Dam auch, dass der Tourismus nach Ostern wieder eröffnet werden kann, solange er ordnungsgemäß durchgeführt wird.

„Es kann eine Kombination aus der Tatsache sein, dass die ausländischen Urlauber an der Grenze eine Mietbescheinigung und eine Antikörperbescheinigung, eine Impfbescheinigung oder einen negativen Coronatest vorlegen können. Dann glauben wir, dass sie einen soliden Weg finden werden, um die Grenzen wieder zu öffnen – das zeigen die Erfahrungen aus dem letzten Jahr“, meint er.

Landesweit gab es im vergangenen Jahr 10 Millionen Übernachtungen ausländischer Touristen in den Ferienhäusern. Unter diesen sind nur 10 Fälle von Coronavirus-Infektionen bekannt. „Keiner von uns möchte Dänemark in eine dritte Welle schicken, aber wir sind viel besser geworden und haben mehr Erfahrung mit Corona. Wir glauben, dass sie die Grenzen im April leicht geöffnet werden können, indem sie Ferienhäuser auf die Liste der erkennbaren Zwecke setzen. Auf diese Weise verlieren wir auch nicht die Monate Mai und Juni“, sagt Per Dam.

Destination Nordvestkysten nimmt auch den Mangel an ausländischen Touristen sehr ernst. Laut Direktor Peter Krusborg könnte es schwerwiegende Folgen für die lokalen Unternehmen haben. „Wenn wir nicht offen für den deutschen Markt sind, riskieren wir viele kleine und mittlere Unternehmen, die sehr hart getroffen werden. Einige von ihnen werden nicht überleben. Wir haben einen Punkt erreicht, an dem keine Zeit mehr zum Zögern bleibt. Man muss dabei an vorderster Front stehen und einen Plan für die Wiedereröffnung der Grenzen aufstellen“, sagt er nachdrücklich.

In der Kommune Jammerbugt konnten Sie letztes Jahr die vielen Dänen genießen, die in Dänemark Urlaub machten. Das freut Bürgermeister Mogens Christen Gade (Venstre / Reichtsliberale Partei), der hofft, dass der Schwarm in diesem Jahr fortgesetzt wird. „Wir werden einige der ausländischen Gäste vermissen, aber Nordjylland ist wieder wirklich das Urlaubsziel der Dänen geworden und die Jammerbugt hat sich wirklich durchgesetzt. Es ist klar, dass wir immer noch für die Öffnung der Grenzen kämpfen. Wir werden in Kürze eine Kampagne starten, in der wir die Politiker im Folketing auffordern, unsere lokalen Märkte zu öffnen“, sagt der Bürgermeister

Bei Sol og Strand sieht Per Dam eine Wiedereröffnung ab dem 21. April als die beste Lösung für die Tourismusbranche. „Die Grenzen sind bis zum 20. April geschlossen – und die Politiker im Folketing müssen eine Lösung aushandeln, die spätestens am 15. April bekannt gegeben wird. Wir hoffen also auf eine Lösung, damit wir ab dem 21. April wieder ausländische Gäste empfangen können. Was im April verloren gegangen ist, können wir nicht aufholen. Aber die Deutschen stehen kurz davor, nach Dänemark zu kommen. Alles deutet darauf hin, dass wenn wir am 21. April öffnen, Touristen im Mai und Juni kommen werden, und das wird einen großen Einfluss auf alle im Küstentourismus haben“ schließt er.

Quelle TV NORD – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 29.03.2021

Fotos: TV NORD