Wir sehen sie zu Tausenden in Schwärmen, wie sie die Sonne verdunkeln, bevor sie in den Schilfwäldern Nachtruhe finden. Aber es ist seit Jahren für den Star schlecht gelaufen. Heute gibt es in Dänemark fast 70 Prozent weniger Brutpaare als Mitte der 1970er Jahre.

Vier braune Vogelkästen liegen auf dem Boden. Daneben befindet sich eine Leiter, ein Schraubendreher und eine Schachtel Schrauben. Hier lebt der 31-jährige Bauer Rasmus Lehmann. Er liefert Bio-Milch an Naturmælk. Aber heute baut er Vogelkästen auf – speziell Starenkästen.

„Jetzt sind wir ein Bio-Bauernhof, daher haben wir nicht viele andere Möglichkeiten zur Insektenbekämpfung. Auf diese Weise können sowohl wir als auch die Stare davon profitieren, und gleichzeitig stellen wir sicher, dass die Dinge ausgeglichen sind“, sagt er. Insgesamt wird Rasmus Lehmann 25 Starenboxen aufstellen

Es ist Teil einer Kampagne, hinter der die Økologisk Landsforening (Ökologischer Landwirtschaftverein) steht. Im Laufe des Monats März wurden ca. 200 Starenkästen auf Biobetrieben aufgebaut. Der Vorteil für den Landwirt ist, dass der Star – besonders in der bevorstehenden Brutzeit – viele Insekten frisst. Und der Vogel liebt besonders Schnakenlarven.

Die Schnakenlarven können für einen Biobauern ein großes Ärgernis sein. „Wenn ich eine Invasion von Schnakenlarven bekomme, können einige Hektar Grasland leicht verschwinden, und das hat katastrophale Folgen für mich, denn dann fehlt mir das Futter für meine Tiere“, sagt Rasmus Lehmann.

Mit großen Schwärmen von Staren in der Nähe der Felder muss Rasmus Lehmann die Insekten nicht fürchten. „Während der Brutzeit haben wir Berechnungen, die zeigen, dass ein Star ca. 50 Gramm Schnakenlarven pro Tag frißt. Dieses kann dann gegen Tausende von Staren aufgerechnet werden. Dann beginnt es effektiv zu werden“, sagt Jan Ravnborg, Mitglied der Dänischen Ornithologischen Gesellschaft (DOF) in Sønderjylland (Südjütland).

Er weist insbesondere auf zwei Dinge hin, die sich auf den Niedergang der Stare in Dänemark ausgewirkt haben. „Eine ist die moderne Rinderfarm, in der sich die Kühe im Stall befinden und denen das Gras geerntet in den Stall gebracht wird. Das Problem dabei ist, dass das Gras zu hoch wird, als dass die Stare Nahrung darin finden könnten. Wenn es dann geerntet wird, ist es zu kurz. Der andere wichtige Grund ist, dass die Häuser zu dicht zusammen stehen. In der Vergangenheit konnten Stare unter der Traufe aufstehen und Nester bauen, aber im Laufe der Jahre wurde die Bebauung verstärkt. Seit den 1970er Jahren gab es weniger Futterplätze und weniger Nistplätze“, sagt Jan Ravnborg.

Der Trend kann umgekehrt werden, und sie müssen kein Biobauer sein, um dem Star zu helfen. Sowohl Fußballplätze als auch Golfplätze können gute Nahrungsbereiche für die Vögel sein. Aber auch Villengärten, in denen das Gras nicht zu kurz gemäht wird, können einen Unterschied machen.

„Der Kampf ist nicht verloren, und Sie können leicht helfen – auch wenn Sie keine großen Rasenflächen haben“, sagt Jesper Leegaard, ein Star-Experte. „Es gibt bereits Golfplätze im ganzen Land, auf denen Starboxen aufgestellt werden, um mehr Stare anzulocken. Auf diese Weise können sie wie der Biobauer vermeiden, die Felder mit Insektiziden zu besprühen. In Wohnstraßen können die Anwohner sich auch zusammenschließen, um Starhotels zu bauen, wenn Sie dem Star helfen und gleichzeitig Insekten bekämpfen möchten“, sagt Jesper Leegaard.

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 31.03.2021

Foto: TV SYD