(København) – Die Schüler des Schulschiffs „Georg Stage“ dürfen die Koronablase nicht brechen, daher wurde die übliche Abschiedssitzung durch eine Art Ehrenrunde im Hafen von København ersetzt. Als die 63 Kadetten des Schulschiffs „Georg Stage“ nach 30 Tagen strenger Coronaisolation am Donnerstagnachmittag den Hafen von København verließen, war es das erste Mal in der 140-jährigen Geschichte des Schiffes, dass es ohne Küsse von der Freundin oder den Abschiedsumarmungen von Eltern und Bekannten geschah.

Der normalerweise gut besuchte Abschiedsbesuch bei der Abfahrt des Schiffes zu einer viermonatigen Sommerkreuzfahrt entlang der dänischen Küsten wurde – vielleicht nicht so überraschend – aufgrund der Coronabeschränkungen abgesagt. Stattdessen hat das Schulschiff eine alternative Möglichkeit genutzt, die Besatzung zu verabschieden: mit Lärm und Flaggen aus angemessener Entfernung.

„Wir ermutigen alle, am Kai aufzutauchen und den Kadetten den bestmöglichen Abschied zu geben. Bringen Sie Fahnen, Trompeten, Vuvuzelas, Banner mit und stellen Sie sich am Kai auf – natürlich in großer Entfernung – und stellen Sie sicher, dass die Kadetten Sie sehen können“, sagte Asser Amdisen, Direktor der Stiftelsen Georg Stages Minde (Stiftung Georg Stages Minde), und er fuhr fort: „Das Schiff und die Schüler sind vom Hafen aus sichtbar. Wenn Sie selbst segeln, können Sie dem Schiff natürlich auch aus dem Hafen folgen.“

Seit 1882 bildet die „Georg Stage“ junge Schiffskadetten während eines viermonatigen Aufenthalts an Bord des Schulschiffs aus. Foto: PR-Foto

Seit die 63 Schüler auf dem Schulschiff am 2. März an der Ausbildung teilnehmen durften, leben sie in enger Isolation zusammen mit zehn Lehrern an Bord der Georg Stage, die im Militärgebiet Nyholm im Hafen von København festgemacht hatte. Dieses bedeutete unter anderem, dass die Kadetten nicht in die Stadt gehen – was in der maritimen Sprache Landrecht genannt wird – oder Besuche bekommen durften.

„Um es milde auszudrücken, die jungen Leute hatten einen besonderen Start in ihre Ausbildung“, sagt Asser Amdisen. Zum ersten Mal in der Geschichte der „Georg Stage“, die bis ins Jahr 1882 zurückreicht, dürfen Kadetten und Besatzungsmitglieder nicht an Land gehen, wenn das Schiff in den anzulaufenden Hafenstädten anlegt. Und um sicherzustellen, dass sich das Coronavirus nicht an Bord des Schiffes schleicht, ist die „Georg Stage“ auch während der gesamten Sommerkreuzfahrt für Interessierte geschlossen und kann nicht besichtigt werden.

Normalerweise ist das alte Holzschiff während der Kreuzfahrt ein sogenanntes „offenes Schiff“, auf dem die Leute an Bord gehen und das Schulschiff aus der Nähe sehen können. „Deshalb denken wir auch, dass sie Jubel und Lärm am Kai wirklich verdienen“, sagt Asser Amdisen.

Wer nicht die Möglichkeit hatte, zur Abfahrt des Schiffes zu kommen und den jungen Seeleuten zuzuwinken, kann von der „Georg Stage“ über die Facebook-Seite einen Livestream vom Auslaufen aus København erhalten.

Die genaue Reiseroute der „Georg Stage“ ist noch nicht vollständig festgelegt, aber es ist sicher, dass das Schiff am 7. Juli nach København zurückkehren wird.

Quelle: TV LORRY – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 02.04.2021

Fotos: TV LORRY / PR-Foto