(Aarhus) – Der Verkehrsminister Benny Engelbrecht (Socialdemokraterne)schlägt vor, das Verkehrsgesetz zu ändern, um den Kommunen das Recht einzuräumen, autofreie Sonntage einzuführen, was jedoch nicht bei allen Politikern gut ankommt.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch die Straßen von Aarhus, ohne den Geruch von Benzin und das Geräusch wütender Autofahrer, die auf die Hupe hämmern, wenn Sie die Vestergade hinunter schlängeln und vom Bürgersteig abgekommen sind, weil die Straße vor allem wie eine Fußgängerstraße aussieht. Dieses Szenario wurde am Sonntag vom Verkehrsminister angesprochen.

Laut Verkehrsminister Benny Engelbrecht (S) ist geplant, dass die Kommunen im Zeitraum von 09:00 bis 20:00 sonntags Straßen autofrei machen können. Die Idee wurde mit Blick auf die beiden größten Städte Dänemarks, København und Aarhus, entwickelt. Foto: David Leth Williams

„Wir möchten den Städten die Möglichkeit geben, ein anderes Sonntagsleben zu führen und den städtischen Raum auf neue Weise zu nutzen. Wir können sehen, dass es in København Initiativen mit Seitenstraßen und an anderen Orten gegeben hat“, sagt er. Aber der verkehrspolitische Sprecher der rechtsliberalen Partei Venstre, Kristian Pihl Lorentzen, schnaubt über diesen Vorschlag.

Kristian Pihl Lorentzen ist sehr gegen autofreie Sonntage. Er glaubt, dass es die Dänen trennt. Foto: Richard Gaarn Svendsen

„Ich denke, es ist ein verrückter Vorschlag. Die nationale politische Aufgabe innerhalb der Verkehrspolitik besteht darin, die Freizügigkeit und Mobilität der Dänen zu gewährleisten. Dieses untergräbt die Möglichkeit der Menschen, nach Aarhus und in andere große Städte einzureisen, vollständig“, sagt er gegenüber TV2 ØSTJYLLAND.

Können Sie in diesem Vorschlag nichts Gutes sehen, jetzt wo wir so viel über das Klima sprechen? „Ich kann nicht. Es hat nichts mit dem Klima zu tun, wir sind auf dem Weg zu umweltfreundlicheren Autos und freuen uns darauf“, sagt Kristian Pihl Lorentzen.

Auf der anderen Seite von der Socialistisk Folkeparti begrüßt der Vorsitzende der Gruppe, Jan Ravn Christensen, den Vorschlag.

Jan Ravn unterstützt den Vorschlag der Regierung für autofreie Sonntage. Foto: Lars Henrik Mardahl

„Es ist ein positiver Vorschlag der Regierung, und wir werden auf jeden Fall unterstützen, dass wir in Aarhus die Chancen nutzen werden. Ein autofreier Sonntag, zum Beispiel einmal im Monat, kann ein anderes Stadtleben und neue Erfahrungen im Zentrum von Aarhus zum Nutzen der Bewohner und Besucher schaffen. Es wird also ein großer Gewinn sein – auch für die Umwelt und das Klima“, sagt er zu TV2 ØSTJYLLAND.

Aber für Aarhus‘ Bürgermeister Jacob Bundsgaard ist es weder gut noch schlecht.

Für Jacob Bundsgaard ist es nicht schwarz und weiß – er würde lieber ein Gleichgewicht finden. Foto: Henning Bagger

„Ich denke, es ist ein guter Vorschlag. Der Vorschlag löst eine Debatte darüber aus, wofür wir den städtischen Raum nutzen sollten, und das finde ich gut. Wir sollten es nicht nur durchführen, um die Leute zu ärgern, aber wenn es einen Sinn macht, denke ich, dass es wirklich gut sein kann. Wir wollen ein pulsierendes Stadtzentrum, und dort müssen wir die richtige Balance finden“, sagt er zu TV2 ØSTJYLLAND.

Quelle: TV2 ØSTJYLLAND – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 06.04.2021

Fotos: TV2 ØSTJYLLAND / David Leth Williams / Richard Gaarn Svendsen / Lars Henrik Mardahl / Henning Bagger