(Bornholm) – Heute Abend und am Freitag zeigt TV 2/Bornholm in zwei Folgen die Geschichte der Bornholmer Krankenschwester Valborg Hjorth, die nach Europa ging und als Kriegskrankenschwester arbeitete. Die Sendungen basieren auf ihren persönlichen und schriftlichen Erinnerungen der Ktrankenschwester.

Valborg Sofie Hjorth wurde am 8. Oktober 1884 in Rønne geboren. Sie war die Tochter des Keramikers Lauritz Hjorth, dem die Hjorths Fabrik in Krystalgade in Rønne gehörte. Einige Jahre später, als sie Mitte 20 war, beschloss sie, Krankenpflege zu erlernen. Wir kennen ihre Motive nicht, aber die Ausbildung zur Krankenschwester war zu dieser Zeit eine große Entscheidung. Denn anders als heute verzichtete eine Frau, die diese Wahl getroffen hatte, auch auf die Möglichkeit, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Es befahl einfach das Gesetz.

Die Ausbildung fand in Næstved statt, und nach Abschluss ihrer Grundausbildung beschloss Valborg Hjorth, ihre Fähigkeiten in einer Privatklinik in Brüssel weiterzuentwickeln, die von dem bekannten und berühmten Professor Antoine Depage geleitet wurde, der nicht nur die königliche belgische Familie als Chirurg behandelte, sondern auch das belgische Rote Kreuz gründete.

Während ihres Aufenthalts in Brüssel im Jahr 1912 wurde sie gefragt, ob sie als Kriegskrankenschwester in Konstantinopel, in der Türkei, arbeiten möchte. Hier wütete der 1. Balkankrieg, der einige Jahre später eine Art Vorläufer des Ersten Weltkriegs war. Hier machte Valborg Hjorth ihre ersten Erfahrungen als Kriegskrankenschwester, die sie für den Rest des Jahrzehnts dringend brauchte.

Valborg Hjorth wurde in ein großes Weltereignis nach dem anderen hineingewirbelt, und sie beschrieb in ihren eigenen Memoiren, wie sie sich wie ein kleiner Flaum fühlte, der zufällig herumgewirbelt wurde.

Während des Ersten Weltkriegs wurde es sehr dramatisch, als eine ihrer Mentoren in der Klinik in Brüssel, die englische Krankenschwester Edith Cavell, nach einer Anklage wegen Spionage von den Deutschen erschossen wurde. Sie hatte einfach englischen Soldaten bei der Flucht geholfen.

Diese Aktion brachte den Deutschen eine sehr schlechte PR ein, da eine Krankenschwester zu erschießen – egal was sie getan hat – einfach nicht getan wurde. Die Hinrichtung der englischen Krankenschwester betraf natürlich auch Valborg Hjorth. Und als sie sich plötzlich als Zentrum belgischer Spionageuntersuchungen sah, packte sie ihren Koffer und verließ in Eile die Westfront, an der sie diente.

Von hier aus wirbelte sie jedoch in mehr Kriege und mehr Dramen. All dies können Sie sich ansehen, indem Sie den beiden Sendungen folgen, die heute Abend und am Freitag gezeigt werden. Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit dem Museumsinspektor Jakob Serup vom Bornholms Museum erstellt.

Quelle: TV2/Bornholm – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 07.04.2021

Fotos: TV2/Bornholm