(Eskilstrup) – In der Eskilstrup Kulsvierlaug (Köhlergilde) werden mehrere alte Handwerke am Leben erhalten. An diesem Ostern konzentrierte sich TV2 ØST auf einen der fantastischen Vereine, die in 12 Kommunen noch ein Zuhause haben.

Es gibt nicht weniger als 4.000 freiwillige Vereine in der Region, und einer der 4.000 ist der Eskilstrup Kulsvierlaug, der auf der Insel Falster ein altes Handwerk mit einem solchen Eifer am Leben erhält, dass der Verein sein eigenes Festival gegründet hat.

Bis vor etwas mehr als 100 Jahren konnte man in den dänischen Wäldern echte Köhler finden. Sie stellten Holzkohle her, indem sie Brennholz in Kegelform stapelten, sogenannte Kohlenmeiler, die mit Erde bedeckt waren und es ermöglichten, das Holz bei hohen Temperaturen zu verbrennen. Die Kohle von den Meilern wurde auf dem Kultorvet (Kohlenmarkt) in København verkauft, wo sie zum Erwärmen der kalten Wohnungen verwendet wurde, aber in den frühen 1900er Jahren erlosch das komplexe Handwerk, als die Industrialisierung wirklich begann und der Import von Kohle sich durchsetzte.

Bis vor etwas mehr als 100 Jahren konnte man in den dänischen Wäldern echte Köhler finden. Foto: Danmark på film

Aber auf einem Feld in Eskilstrup bei Rønnede lebt das Köhlerhandwerk weiter. Jeden Mittwoch treffen sich die Mitglieder der Eskilstrup Kulsvierlaug und arbeiten wie in der Vergangenheit mit Holz und verbrennen Kohle. „Sie sind dabei, Brennholz für unseren bevorstehenden Kohlenmeiler zu spalten“, sagt Heino Hansen, als er das Grundstück zeigt, auf dem sich der Verein befindet. Hier findet auch das jährliche Holzkohlefestival statt.

Der Zweck des Vereins besteht darin, altes Handwerk zu vermitteln“, sagt Steen Jul, der der „alte Mann“ des Vereins ist. „Es ist, weil vieles davon in Vergessenheit gerät. Sie sehen es in vielen anderen Berufen wie im Maurerhandwerk und Schreinerarbeiten an alten Gebäuden, es wird vergessen, wenn es nicht gepflegt wird“, sagt er.

Und das Festival ist der Höhepunkt der Köhlergilde. Hier wird ein Kohlermeiler aufgebaut, damit die Kohle richtig verbrannt werden kann, aber für den Rest des Jahres steht der Verein auch nicht still.

So sieht es aus, wenn beim jährlichen Holzköhlerfestival in einer Kohlenmeiler Kohle verbrannt wird. Foto: Archivbild

Seit Beginn der Gründung der Köhlergilde im Jahr 2004 haben die Mitglieder auf dem Grundstück Meiler gebaut, das dem Vereinsmitglied Aleks Jensen gehört. „Wir haben 2005 mit dem ersten Kohlenmeiler begonnen“, sagt er- „Und von Anfang an mit einem Fokus auf Handwerkskunst im alten Stil. Es ist wunderbar“, sagt Aleks Jensen und „so soll es sein“, fügt er hinzu.

Es gibt auch Zeit, etwas zu essen oder ein oder zwei Bier zusammen zu trinken, wenn sich die Gilde der Köhler trifft. Foto: Frederik Hagedorn – TV2 ØST

Und seit der Fertigstellung des ersten Meilers wurde der Aufbau einer Infrastruktur so weit vorangetrieben, dass es heute in dem Gebiet, in dem sich die Gilde befindet, nicht weniger als 15 Gebäude verschiedener Art gibt.

„Als wir unser erstes Festival abhielten, mussten wir ein Zelt mieten, und wir waren nicht so glücklich darüber, und dann haben wir uns darauf geeinigt, einige Toiletten zu bauen“, sagt Aleks Jensen. „Und einer motivierte den anderen, und dann waren wir uns einig, dass wir, wenn wir Toiletten haben, auch eine Behindertentoilette haben müssen, und wir haben uns ein bisschen gefragt, wie wir damit umgehen sollen, aber ich denke, wir sind jetzt frei davon“, sagt er.

Und obwohl 15 Gebäude viel sind, wird noch gebaut. „Im Moment bauen wir einen Wachraum für unser Wachteam, der die Arbeit im Auge hält, wenn wir unsere Kohlenmeiler angezündet haben,“ sagt Mitglied Heino Hansen, und auf dem Gelände wird auch noch eine Schmiede eingerichtet.

Heute hat die Eskilstrup Kulsvierlaug 26 Mitglieder. Viele von ihnen haben einen handwerklichen Hintergrund und deshalb ist die Arbeitsgemeinschaft so attraktiv. „Ich genieße es. Ich bin oft hier, mindestens ein- oder zweimal pro Woche“, sagt Mitglied Steen Wivel. Und er wird so lange wie möglich im Verein bleiben.

„Wenn ich im Rollstuhl sitzen muss, dann hoffe ich, dass meine Frau mich hier rausfahren kann“, sagt er und freut sich, dass es mit der Behindertentoilette jetzt auch Einrichtungen für diejenigen gibt, die zum Beispiel Schwierigkeiten beim Gehen haben. „Und ich selbst habe geholfen, das aufzubauen“, sagt er nicht ganz ohne Stolz.

„Ich finde es perfekt. Wenn Sie den Eigentümer des Grundstücks nach den vielen neuen Gebäuden fragen, kann die Eskilstrup Kulsvierlaug etwas sehr Spezifisches tun, das Sie an so vielen anderen Orten nicht erleben. Wir haben etwas Besonderes in Bezug auf so viele andere Vereine, bei denen es eher darum geht, entweder auf Fahrrädern oder auf Sportplätzen aktiv zu sein. Hier findet es etwas mehr in Frieden und aller Ruhe statt“, sagt Aleks Jensen.

Wenn der Infektionsdruck und die Behörden es zulassen, findet am 12. und 13. Juni 2021 in Eskilstrup ein Holzkohlefestival statt.

Quelle: TV2 ØST – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 08.04.2021

Fotos: TV2 ØST / Danmark på film / Frederik Hagedorn / Archivbild