(Odense) – In Zukunft könnten es Drohnen sein, die den Bürgern Medikamente schneller liefern. Am Donnerstag wurden die neuen Gesundheitsdrohnen bei der OUH (Odense Universitetshospital) getestet. Innerhalb weniger Jahre sollen Blutproben und Medikamente in Rekordzeit von Ærø nach Odense transportiert werden – und zwar mittels Gesundheitsdrohnen.

Am Donnerstag testeten Harley Poulsen und seine Kollegen die Drohnen, die im Odense Universitetshospital landen sollen. „Es macht Spaß, weil es Pionierarbeit ist, die irgendwann etwas Größeres werden wird“, sagt Harley Poulsen, Drohnenoperator bei Falck, während er die Drohne in die Luft schickt.

Unter anderem wurden die Drohnen getestet, um festzustellen, ob sie im Krankenhaus starten und landen konnten, ohne die medizinischen Hubschrauber und Rettungshubschrauber zu stören. Mit neuen Gesundheitsdrohnen beispielsweise dauert es nur gut 35 Minuten, um mit Medikamenten, Blutuntersuchungen oder anderen Lieferungen zum und vom Krankenhaus von Ærø nach Odense zu gelangen. Heute dauert die gleiche Lieferung mit der Fähre und dem Landtransport bis zu 12 Stunden.

„Wir sehen Drohnen als eine wirklich gute Gelegenheit, das Gesundheitssystem und die Logistik zu stärken. Den Bürgern kann die Möglichkeit geboten werden, in ihrem eigenen Zuhause zu bleiben, anstatt ins Krankenhaus gebracht zu werden“, sagt Nicolai Søndergaard Larsen, der bei dem Rettungs- und Hilfsdienst Falck für Drohnen verantwortlich ist.

Bjarne Dahler-Eriksen, Ärztlicher Direktor bei OUH, sieht die Gesundheitsdrohnen ebenfalls als gute Lösung. „Wir glauben, dass es von großer Bedeutung sein kann, dass wir in Zukunft teure Medikamente zu den Bürgern in deren eigenen vier Wänden transportieren können“, betont er.

Bevor es jedoch möglich wird, sein Arzneimittel aus der Luft zu erhalten, müssen die Drohnen über der OUH gut und gründlich in der Luft getestet werden. „Es ist ein bisschen so, als würden wir für die Drohnen einen Radweg an einem Straßennetz verlegen“, sagt Mathias Vinter, der Manager von Holo Air.

Eine von „Epinion“ für das Gesundheitsdrohnenprojekt durchgeführte Umfrage zeigt, dass neun von zehn Dänen den Einsatz von Drohnen bei Rettungsarbeiten positiv bewerten, während zwei von drei im Allgemeinen Drohnen im Gesundheitswesen unterstützen. „Ich kann leicht verstehen, dass neue Technologien Skepsis hervorrufen können. Deshalb testen wir so viel“, betont Nicolai Søndergaard Larsen.

Harley Poulsen beobachtet die Drohnen in der Luft genau. Foto: Ida Alstrup Klausen

Und der medizinische Direktor ist sicher, dass die technologische Lösung im Laufe der Zeit wahrscheinlich bei allen Bürgern Akzeptanz finden wird. „Die herumfliegenden Drohnen können unangenehm sein, aber wenn die Leute wissen, dass sie Medikamente ausfliegen, haben sie Respekt davor, so wie sie Krankenwagen respektieren“, betont Bjarne Dahler-Eriksen.

Das OUH testet Gesundheitsdrohnen

Quelle: TV2 FYN – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 09.04.2021

Foto: TV2 FYN / Ida Alstrup Klausen