(Thisted) – Das Museum Thy überprüft seine Magazine im Zusammenhang mit einer großen Inventur. Etwa 110.000 Gegenstände und Fälle müssen überprüft werden, auch menschliche Überreste.

„Es ist immer etwas makaber, menschlichen Überresten gegenüber zu stehen. Man muss sich nur daran gewöhnen“, gesteht die Archäologin Astrid Storgaard Roborg. Im Zusammenhang mit der großen Inventur und Sortierung im Museum Thy hält sie den Kiefer eines Menschen in der Hand.

Sie ist seit einem Jahr lang beim Museum Thy beschäftigt, um die vielen tausend Funde zu durchzusehen, die in der Zeitschrift des Museums in der kleinen Stadt Vang in der Nähe von Thisted hin und wieder erwähnt werden. In einigen Jahren wird die Ausstellung des Museums in neuen und größeren Räumlichkeiten in Thisted fumziehen. Nach dem bevorstehenden Umzug möchte das Museum Thy mehr Dinge aus den Magazinen herausholen und in der Ausstellung zeigen. Aus diesem Grund muss Astrid Storgaard Roborg bis dahin rund 110.000 Exponate und Fälle überprüft haben.

„Wir müssen alles Durchsehen und prüfen: Zerkleinerungen von Steinen, Knochen und Keramik“, sagt die Archäologin und fügt hinzu: „ Es ist von Tonscherben bis Getreide alles dabei, was seit vielen 100 Jahren im Boden lag und im Museum abgegeben wurde.“

Astrid Storgaard Roborg zeigt in der Zeitschrift des Museums einen menschlichen Kiefer. Foto: Jonas Bach Sørensen, TV MIDWEST

Ein Teil des Prozesses besteht auch darin, alle Gegenstände zu dokumentieren und zu fotografieren, damit sie in Zukunft leichter zu finden und zu untersuchen sind. „Das Museum besteht seit über 100 Jahren, daher waren im Laufe der Zeit auch viele Menschen im Haus beschäftigt. Es wurde auf viele verschiedene Arten verpackt und abgelegt, je nachdem, was man gerade zur Verfügung hatte.

Astrid Storgaard Roborg versucht nun jeden Tag, neue Exponate in den Griff zu bekommen, und muss auch beurteilen, ob sie in der Sammlung verbleiben sollen. „Eine meiner großen Aufgaben ist es auch, ein Gesamtsystem zu erstellen und es für zukünftige Mitarbeiter so zugänglich und leicht zu finden zu machen.

Teil dieser Aufgabe ist es auch, mit den irdischen Überresten von Menschen umzugehen. Zum Beispiel eine begrabene männliche Person aus der Bronzezeit. Er befindet sich in Fårtoft etwas außerhalb von Thisted. „Wir kennen die Geschichte hinter der Person, daher müssen die Überreste in das neue Magazin aufgenommen werden, wo sie für die Nachwelt aufbewahrt werden müssen“, sagt Astrid Storgaard Roborg.

Eine meiner großen Aufgaben ist es auch, ein Gesamtsystem zu schaffen und es für zukünftige Mitarbeiter so zugänglich und leicht zu finden“, sagt Astrid Storgaard Roborg vom Museum Thy. Foto: Jonas Bach Sørensen, TV MIDWEST

Die Archäologin schätzt, dass ihr jetzt noch etwa 40.000 weitere Objekte fehlen, aber das macht ihr keine Angst. „Andererseits, ich liebe diesen Job. Es ist ein absolut fantastischer Arbeitstag, hier mit all dem kulturellen Erbe von Thy und all den wunderbaren Geschichten, die sich dahinter verstecken, zu sitzen“, sagt sie.

Das Museum Thy hat 115 Jahre hinter sich und ist seit vielen Jahren mitten in Thisted in einer gelben Villa unter beengten Verhältnissen untergebracht. Aber jetzt ist es bald vorbei, denn es ist geplant, das Museum 2023 in den neuen Räumlichkeiten an einer Adresse direkt gegenüber der vorherigen zu eröffnen.

Quelle TV NORD – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 09.04.2021

Foto: TV NORD / TV MIDWEST / Jonas Bach Sørensen