Verkehrsminister Benny Engelbrecht (Socialdemokraterne) lehnt das Projekt Sydfyn (Südfünen) mit einem modernen Fährhafen ab. Bürgermeister und Berichterstatter verstehen das Argument nicht. Als die Regierung am Mittwoch ihren Vorschlag für einen bevorstehenden Infrastrukturplan vorlegte, wurde ein Fährhafen in Tårs, der die Fahrzeit zwischen Langeland und Lolland verkürzen wird, nicht erwähnt.

Laut Verkehrsminister Benny Engelbrecht ist das Projekt nicht realisierbar. Und es war zum großen Ärger von Langelands Bürgermeister Tonni Hansen (Socialistisk Folkeparti), der seit mehreren Jahren für dieses spezielle Projekt arbeitet. „Ich bin wahnsinnig enttäuscht, dass er dieses Argument nicht anerkennt. Es hält einfach nicht“, sagte Tonni Hansen.

„Die bisher durchgeführten Studien zeigen, dass es nicht möglich ist, es zu realisieren. Dieses ist teilweise auf Umweltprobleme zurückzuführen, aber auch darauf, dass in diesem Fall ein unsicherer Hafen entstehen würde, den man bei einer Vielzahl von Wetterbedingungen nicht anlaufen könnte“, erklärte der Minister.

Aber diese Erklärung trifft nicht zu, glaubt der Bürgermeister von Sydfyn. „In Dänemark bauen wir Storebæltbroen (Große Belt Brücken), wir bauen Brücken nach Schweden, wir bauen eine U-Bahn unter København. Wir haben also Ingenieure, die herausfinden können, wie man in Tårs einen modernen Fährhafen baut. Auf die Worte des Ministers gebe ich nichts“, sagt Tonni Hansen.

Hier sind die Fyn-Projekte

In ihrem Vorschlag hat die Regierung mehr Investitionen für Fyn vorgeschlagen. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick:

  • Verbreiterung der Autobahn südlich von Odense von vier auf sechs Fahrspuren.
  • Eine Vorstudie einer festen Verbindung zwischen Fyn und Als (Alsen) in Sønderjylland (Südjütland).
  • Weiterentwicklung der vestfynske (westfünische) Eisenbahn von 2022 bis 2023.
  • 110 Ladestationen für Elektroautos auf Fyn – 60 in Middelfart, 48 in Nyborg und 2 in Svendborg.
  • Bessere Erreichbarkeit an den Bahnhöfen von Fruens Bøge og Ringe.
  • Darüber hinaus wurden Mittel für Lärmschutzwände und Verbesserungen der staatlichen Radwege bereitgestellt.

Die Studie, auf die sich der Verkehrsminister bezieht, stammt aus dem Jahr 2018. Laut Tonni Hansen ist es wichtig zu betonen, dass vom Staat Geld benötigt wird, um zu untersuchen, wie ein moderner Fährhafen sicher und umweltverträglich gebaut werden kann. Es sei denn, jemand meldet sich freiwillig, um eine hübsche Investition zu tätigen?

„Nun, zumindest bin ich nicht untergegangen, ohne mich vorher zu erklären. Meines Wissens brachte zu dem Zeitpunkt, als wir diesen Plan erstellten, niemand etwas vor, das keine ernsthaften Risiken beinhaltete, die auch große ökologische Herausforderungen darstellten. Und heute ist es nicht anders, es sei denn, wenn es jemanden gibt, der eine neue Idee hat, dann muss er sie vorbringen“, sagte Benny Engelbrecht zu TV 2 FYN.

Obwohl die Aussichten für eine kürzere Fahrzeit über den Langelandsbælt nicht einfach sind, wird die Arbeit, das Projekt in die Infrastrukturverhandlungen zu bringen, fortgesetzt. Nicht nur von Langeland, sondern auch vom Bürgermeister der Kommune Lolland. Eine bessere Verbindung zwischen den Südseeinseln sei wichtig, so das Argument.

„Wir wollen näher an Fyn sein, und Fyn will näher an uns sein. Derzeit arbeiten wir weder auf dem Arbeitsmarkt noch im Bildungsbereich zusammen. Dieses wird sich mit einer schnelleren Verbindung ändern, und deshalb sind wir sehr daran interessiert, näher zusammengerückt zu werden“, sagt Holger Schou Rasmussen, Bürgermeister der Kommune Lolland (Socialdemokraterne).

Christiansborg konzentriert sich auch auf die Verbindung zwischen Sydfyn, Lolland und Falster. Sowohl die rechtsliberale Partei Venstre als auch die Socialistisk Folkeparti werden das Projekt in die Verhandlungen einbeziehen. Wie der Bürgermeister von Langeland können auch sie das Argument des Ministers nicht verstehen, dass ein moderner Fährhafen zu bauen nicht möglich sein soll.

„Natürlich kann es dort gemacht werden, wenn es den Willen dazu gibt, gibt einen Weg, und es ist eine technische Aufgabe, es zu erreichen. Wir sehen in der Venstre Partei ein großes Potenzial auf der Route 9 über Tåsinge, Langeland und Spodsbjerg-Tårs bis hin zur Verbindung von Lolland und Fehmarn. Und deshalb müssen wir eine vorläufige Untersuchung durchführen, wie wir dieses erreichen“, sagt der Verkehrspolitische Sprecher der Venstre, Kristian Pihl Lorentzen.

„Ich würde sagen, dass ich die Aussagen des Ministers sehr kritisch sehe. Es ist so, dass wir viele Infrastrukturen geschaffen haben, sowohl Brücken als auch Autobahnen, die sowohl ökologische als auch technische Herausforderungen hatten. Die Frage ist, ob es einen politischen Willen gibt, sie zu überwinden, und das haben wir in der Socialistisk Folkeparti. Wir können dann aber feststellen, dass der Minister sie nicht hat“, sagt Anne Valentina Berthelsen, die Verkehrspolitische Sprecherin der Socialistisk Folkeparti.

Ein moderner Fährhafen in Tårs würde die Überfahrt mit der Fähre planmäßig von 45 auf 22 Minuten reduzieren.

Quelle: TV2 FYN – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 10.04.2021

Foto: TV2 FYN