Der Frühling ist die Hochsaison für den Kauf und Verkauf von Ferienhäusern, und die Coronakrise sorgt für zusätzliche Hektik bei den fynske (fünischen) Maklern. Wenn die Blumen sprießen und die Sonne nach höher kommt, ist insbesondere eines bei den Dänen sehr gefragt. Der Frühling ist die Hauptsaison für den Kauf und Verkauf von Ferienhäusern, und während der Coronakrise hat der Markt wirklich Fahrt aufgenommen.

Zahlen der Immobilienkette „Home“ zeigen, dass der Verkauf von Ferienhäusern im Zeitraum von 2019 bis 2020 um 55 Prozent gestiegen ist. Zu Beginn des Jahres 2021 wird der Umsatz im gleichen Zeitraum den des Vorjahres bis zu 80 Prozent betragen.

Die gestiegene Nachfrage ist auch für die Makler auf Fyn (Fünen) spürbar. Unter anderem im Sommerbyen in Kerteminde, wo der Immobilienmakler Simon Gavnbo, dem „Home Kerteminde-Munkebo“ und „Home Nyborg“ gehören, sehr beschäftigt ist. „Die Immobilie, vor der wir hier stehen, wurde innerhalb von 15 Tagen über dem Angebotspreis verkauft, sagt Simon Gavnbo und fährt fort: „Und weiter unten wurde eine Immobilie verkauft, noch bevor sie online ging.“

BILD: Ferienhaus-a – Immobilienmakler Simon Gavnbo vor einem der kürzlich verkauften Ferienhäuser in Sommerbyen in Kerteminde. Foto: Masoud Pouia

Einer von denen, die sich gerne auf dem Stuhl zurücklehnen können, ist der ehemalige Ferienhausbesitzer Jan Cederholm. In nur drei Wochen soll er sein Ferienhaus für 1,7 Millionen Kronen (228.500 Euro) verkauft haben. Und es fällt auf, dass die Verkaufsanzeige überhaupt im Internet angekommen ist. „Sie erwarten kaum, dass die Dinge so schnell gehen. Ich bin sehr zufrieden, das ist sicher“, sagt Jan Cederholm.

Jan Cederholm selbst hat das Haus vor Jahren für 530.000 Kronen (47 Tsd. Euro) gekauft. Andere, die ebenfalls von der Entwicklung profitiert haben, sind das Ehepaar Christine und Michael Damsgaard, die gerade ihr Ferienhaus in Kerteminde verkauft haben, um ein neues in Nyborg zu kaufen.

„Es gab viele Besichtigungen, und dann wurde es verkauft“, sagt Christine Damsgaard. Dieses Tempo kann Simon Gavnbo stätigen. „Ich denke, dass die Nachfrage nach Ferienhäusern für das ganze Land charakteristisch ist. Überall ist die Nachfrage so groß“, sagt Simon Gavnbo.

Obwohl das große Interesse an Ferienhäusern bei den Verkäufern große Freude hervorruft, hat die Münze auch eine Kehrseite. Experten zufolge hat die Coronakrise in Dänemark ein Vermögen geschaffen. Einer derjenigen, die den Aufwärtsunterschied zwischen reichen und armen Dänen hervorheben, ist Jan Størup, Chefanalyst bei „Nordea“. „Eine der Folgen der Coronakrise ist, dass die Ungleichheit zugenommen hat. Diejenigen, die vor der Coronakrise relativ viel hatten, haben während der Coronakrise noch mehr gewonnen. Einfach, weil die Aktienmärkte gestiegen sind und weil der Immobilienmarkt so boomt“, sagt Jan Størup und fährt fort: „Während diejenigen, die vor der Coronakrise nicht viel hatten, nicht den gleichen Anstieg des Wohlstands verzeichneten. Die Entwicklung bedeutet, dass es in diesem Jahr sowohl teurer als auch schwieriger ist, in den Ferienhausmarkt einzusteigen. Denn wenn Sie Ihre Finger in einem Ferienhaus haben möchten, dann ist es die große Brieftasche, die Sie haben müssen. Vor ein paar Jahren waren dieselben Ferienhäuser möglicherweise um 200.000 (26.900)bis 300.000 Kronen (40.300 Euro) niedriger bewertet worden. Es wird also viele Leute geben, die aussortiert werden. Dieses sind die Bedingungen für Angebot und Nachfrage“, sagt Simon Gavnbo.

Zu Beginn des Jahres 2021 lag der Umsatz mit Ferienhäusern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei bis zu 80 Prozent höher.

Quelle: TV2 FYN – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 11.04.2021

Foto: TV2 FYN