Die dänische Regierung plant, die Ein- und Ausreisebeschränkungen zu lockern, und es kommen Erwartungen bei Vermietern von Ferienhäusern auf.

Das Hotel Absalon in København ist fast leer. Zu diesem Zeitpunkt würde es normalerweise ungefähr 200 Buchungen pro Nacht geben. Aber jetzt sind es 24. Das Hotel auf der anderen Straßenseite, das dieselben Eigentümer hat, ist seit letztem Jahr geschlossen. Ein zum Hotel gehörendes Nebengebäude wird an Studenten vermietet. Die Hotelmanagerin ist hungrig nach ausländischen Gästen. Ihr größter Wunsch ist es daher auch, dass sich die Parteien in Christiansborg auf eine Vereinbarung einigen, die die Grenzen für Touristen öffnet.

„Wir brauchen so dringend die Grenzen, um uns zu öffnen. Jeden Tag rufen ausländische Gäste an und fragen: Wann öffnen Sie? Wann können wir nach Dänemark kommen?“, sagt Karen Nedergaard, Direktorin des Hotels Absalon. Daher ist es auch für die Direktorin von großer Bedeutung, eine Klarstellung zu erhalten, wann die ausländischen Gäste diesen Sommer, der Hochsaison des Hotels, einen Aufenthalt in København planen können.

Die gleiche Botschaft kommt von der Branchenorganisation Horesta, die fast 2.000 Mitglieder in der Hotelrestaurant- und Tourismusbranche hat. „Leider haben wir die Weltkarte rot gezeichnet. Die Grenzen sind geschlossen, und Menschen, die nach Dänemark kommen, müssen volle zehn Tage unter Quarantäne gestellt werden. Und wir sind mit dem dänischen Tourismus verheiratet, was sowohl die Regeln als auch die damit verbundene Unsicherheit angeht“, sagt die Direktorin von Horesta Kirsten Munch. Sie betont, dass ausländische Touristen in einem normalen Jahr in Dänemark 58 Mrd. Kronen (7,8 Mrd. Euro) ausgeben und daher einer der wichtigsten Einnahmenparameter im dänischen Tourismus sind.

„Jeden Tag verlieren wir Buchungen oder gewinnen nicht die Leute, die jetzt daheim sitzen und ihre Sommerferien planen. Stattdessen gehen sie in Länder oder Regionen, die sich für geimpfte Menschen öffnen. Und deshalb ist es nötig, dass Klarheit über die Regeln – ob wir morgen oder in drei Wochen öffnen können – herrschen“, sagt Kirsten Munch. Und sie schlägt jetzt vor, dass sie nicht mehr so lange auf zumindest eine teilweise Klärung warten sollten.

Die Regierung hat am heutigen Dienstagnachmittag die im Folöketing vertretenen Parteien zu Verhandlungen über die Öffnung der Grenzen einberufen. Nach Angaben von TV 2 werden sich die Parteien gegen Ende des Nachmittages um 15:45 Uhr mit Justizminister Nick Hækkerup (Socialdemokraterne) treffen. Ziel ist es, noch am selben Tag eine Einigung zu erzielen.

Ein Vertragsentwurf, über den TV 2 verfügt, sieht unter anderem vor, dass vollständig geimpfte Dänen und Ausländer aus gelben und orangefarbenen EU-Ländern ab dem 6. Mai nach Dänemark ein- und ausreisen können. Ab dem 21. April sieht der Entwurf vor, dass Dänen, die ein einsam gelegenes Ferienhaus besitzen, in die nordischen Ländern ohne Isolierungsanforderungen frei dorthin reisen können. Darüber hinaus ist geplant, die Liste der erkennbaren Zwecke für Reisen nach Dänemark zu erweitern.

Es wird allerdings befürchtet, dass die Deutschen nicht jommen können. Letzteres ist ein großer Wunsch der Vermieter, die eine Mietbescheinigung als erkennbaren Zweck anerkannt wissen möchten. Dieses bedeutet, dass eine deutsche Familie in ihrem eigenen Auto über die Grenze und direkt zum Ferienhaus fahren kann. So klingt es von Carlos Villaro Lassen, Direktor von Feriehusudlejernes Brancheforening, der die deutschen Touristen sehr vermisst.

„Es sind Millionen von Übernachtungen und Milliarden an Umsatz, und wir lügen uns selbst in die Tasche und verlieren jeden Tag Geld“, sagt er zu TV 2. Die Angst ist, dass die Deutschen ihre Sommerferien woanders verbringen, wenn es nicht rasch eine Klärung gibt.

Købmand Hansens Ferienhausvermietung verfügt über rund 800 Ferienhäuser an der Westküste. Hier sind 90 Prozent der Kunden Deutsche. Und obwohl die Dänen zum Beispiel zu Ostern gut in den Ferienhäusern waren, müssen die Deutschen alle anderen Wochen ausfüllen, die keine typischen dänischen Ferienwochen sind. „Deshalb sei es dringend notwendig, die Grenzen zu öffnen“, sagt Agenturleiter Lars Ravnholt.

„Wir sind hart getroffen und erleben jeden Tag, dass es deutsche Touristen gibt, die anrufen und ihren Urlaub absagen. Denn wenn sie fragen, was los ist, können wir ihnen keine Antwort geben. Es ist wirklich nervig“, stöhnt er.

Im vergangenen Jahr hatte die dänische Tourismusbranche 44,6 Millionen Übernachtungen, 20 Prozent weniger als 2019 und auf dem Niveau von 2013. In den Ferienhäusern kam es jedoch zu einem bescheideneren Rückgang von vier Prozent, was das Jahr zum zweitbesten aller Zeiten machte.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

ünter Schwarz – 13.04.2021

Foto: TV2