Die Lægemiddelstyrelsen (Arzneimittelbehörde) hat 27 Berichte über Blutgerinnsel von Personen verarbeitet, die mit AstraZeneca geimpft wurden. Tina Sylvester Rohmann hatte plötzlich Halsschmerzen und musste nach dem Atmen ringen. Es war der 19. März, und sie saß bei der Arbeit vor dem Computer und schrieb einen Bericht. Sie rief schnell eine Kollegin und sagte ihr, dass etwas völlig falsch sei.

Als der Krankenwagen ankam, konnten sie der 43-jährigen Krankenschwester aus Nyborg sagen, dass ihr Blutdruck und ihr Puls viel zu hoch waren. Aber auf der Herzstation des Krankenhauses Svendborg konnten sie nichts an ihrem Herzen feststellen, denn sie hatten vermutet, dass es von einem Blutgerinnsel betroffen sein könnte. Deshalb wurde Tina Sylvester Rohmann wieder nach Hause geschickt.

Trotzdem hatte sie das Gefühl, dass die Ärzte etwas in ihrer Lunge übersehen haben könnten, da sie weiterhin sehr atemlos blieb. Zwei Wochen zuvor hatte Tina Sylvester Rohmann ihre erste Injektion des AstraZeneca-Impfstoffs erhalten. Wie so viele andere im Gesundheitswesen wurde ihr der Impfstoff vom schwedisch-britischen Pharmaunternehmen angeboten.

Am selben Tag, an dem sie geimpft wurde, fühlte sich Tina Sylvester Rohmann unwohl. Sie hatte hohes Fieber, fühlte sich müde und hatte Gelenkschmerzen. „Ich sagte meinem Mann, dass ich das Gefühl habe, es sei Gift, das ich in meinen Körper injiziert bekommen habe“, erzählt sie TV 2 und betont, dass die Symptome weitaus schlimmer waren als die Nebenwirkungen, die sie bei anderen nach einer Influenza-Impfung je beobachtet hat. Es dauerte nicht bis 14 Tage, bis die Nebenwirkungen in nicht nur einem, sondern mehreren Blutgerinnseln in ihrer einen Lunge gipfelten.

Tina Sylvester hatte Rohmann recht. Mit ihrer Lunge stimmte etwas nicht, und im Krankenhaus stellte sich heraus, dass sie im unteren Teil ihrer rechten Lunge eine Ansammlung von Blutgerinnseln hatte. Die Krankenschwester sagt, dass die Ärzte ihrer Ansicht nach der Meinung waren, dass ihr Krankheitsbild nicht mit dem klassischen Krankheitsbild übereinstimme, das durch ein „normales“ Blutgerinnsel gekennzeichnet ist, bei dem das Blutgerinnsel typischerweise von den Beinen in die Lunge wandert.

Daher wurde ein Bericht erstellt und an die Lægemiddelstyrelsen gesendet, in dem die Ärzte vermuteten, dass der Impfstoff von AstraZeneca für die Blutgerinnsel von Tina Sylvester Rohmann verantwortlich sei.

TV 2 hat die Unterlagen über die Berichterstattung der Ärzte gesehen. Heute ist der Zustand von Tina Sylvester Rohmann besser geworden.. aber sie ist immer noch außer Atem und kann nicht schnell gehen oder rennen. Außerdem arbeitet sie jetzt in Teilzeit. Trotz des schweren Krankheitsverlaufs ist sich die Krankenschwester sicher, dass sie erneut geimpft werden muss. Gleiches gilt für ihren Mann und ihre zwei Kinder, obwohl sie gesehen haben, wie sich ihre Mutter schlecht fühlt, sagt Tina Sylvester Rohmann. „Ich möchte auch andere dazu ermutigen, sich impfen zu lassen. Nur so können wir die Pandemie bekämpfen“, betont sie.

Das nächste Mal wird es jedoch nicht mit dem AstraZeneca-Impfstoff sein. Am Mittwoch haben die danske Sundhedsmyndigheder (dänischen Gesundheitsbehörden) beschlossen, den Impfstoff von AstraZeneca abzusetzen, nachdem festgestellt wurde, dass der Impfstoff in Einzelfällen zu schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Blutgerinnseln führen kann.

Nach Angaben der Sundhedsstyrelsen (Gesundheitsbehörden) besteht jedoch nur bei etwa 1 von 40.000 das Risiko, im Zusammenhang mit dem AstraZeneca-Impfstoff von einem seltenen Krankheitsverlauf betroffen zu sein. Tina Sylvester Rohmann freut sich, dass der Impfstoff nun aus dem Gesamtimpfprogramm gestrichen wurde.

„Als Bevölkerung müssen wir großes Vertrauen in das Gesundheitssystem haben. Wir müssen darauf vertrauen, dass sie sich für den AstraZeneca-Impfstoff entschieden haben, weil sie das Beste für uns wollen und nur das Beste nehmen“, sagt sie und fügt hinzu, dass ihr eigenes Vertrauen in das dänische Impfprogramm weiterhin hoch ist.

Die jüngste Erklärung der Lægemiddelstyrelsen zeigt, dass 27 Berichte über Blutgerinnsel bearbeitet wurden. Die Arzneimittelbehörde schreibt, dass in 25 von 27 Fällen ein Zusammenhang mit dem Impfstoff als weniger wahrscheinlich angesehen wird.

Rund 149.000 Dänen haben die erste Impfung mit AstraZeneca erhalten. Tina Sylvester Rohmann wurde mitgeteilt, dass es bis zu sechs Monate dauern kann, bis sie eine Antwort erhält, ob die Blutgerinnsel tatsächlich auf den Impfstoff von AstraZeneca zurückzuführen sind. Sie selbst glaubt jedoch nicht, dass irgendetwas in ihrer Krankengeschichte darauf hindeutet, dass sie im Alter von 43 Jahren plötzlich von mehreren Blutgerinnseln betroffen gewesen ist. Wie allen anderen, die beim ersten Mal mit AstraZeneca geimpft wurden, wird Tina Sylvester Rohmann jetzt ein anderer Impfstoff angeboten.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

ünter Schwarz – 15.04.2021

Foto: TV2