Deutsche Touristen warnen sich derzeit gegenseitig vor dem Ferienhausvermieter Novasol, da Novasol bis zu 80 Prozent der Miete einbehält, wenn die Deutschen die Häuser wegen der Grenzschließung nicht nutzen können.

Tausende deutsche Touristen sind empört über die Behandlung, die sie von Novasol erhalten, das unter anderem Ferienhäuser an der Westküste Jyllands (Jütlands) vermietet. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels haben sich mehr als 1.700 Deutsche der Facebook-Gruppe Novasol/Dansommer Corona angeschlossen, wo mit den Worten „Vorsicht, Abzocke“, das ins Dänische übersetzt wird – wahrscheinlich am besten mit „Pas på, du bliver taget ved næsen“ (Vorsicht, Sie werden an die Nase geführt).

Ferienhausmieter warnen sich gegenseitig vor dem Ferienhausvermieter Novasol, da dieser nur etwa 20 Prozent der Miete an Deutsche zurückzahlt, die daran gehindert sind, ihr gemietetes Ferienhaus zu nutzen, da durch Corona derzeit die Grenzen geschlossen bleiben, wenn es Novasol nicht gelingt, das Haus an andere zu vermieten. Das schreibt die Tageszeitung „Jyllandsposten“.

Nach Angaben von „Jyllandsposten“ haben inzwischen mehrere Deutsche Klage gegen die Ferienhausvermietung eingereicht, und derzeit sind 350 Fälle bei der Verbraucherberatungsgesellschaft Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland.

In einer schriftlichen Antwort an „Jyllandsposten“ hat Per Brogaard, Chefverkaufsmamager von Novasol, erklärt, dass sowohl diese als auch die letzte Saison von großer Unsicherheit geprägt waren. „Leider gab es eine Reihe unserer Gäste, die aufgrund von Grenzschließungen oder ähnlichen Einschränkungen nicht zu dem von ihnen gemieteten Ferienhaus gelangen konnten und bei denen sie die Mietbedingungen erst 40 Tage vor Ankunft für die Umbuchung ihres Urlaubs genutzt haben“, schreibt Per Brogaard an „Jyllandsposten“.

„In dieser Situation haben wir unsere Gäste über die Möglichkeit informiert, ihren Aufenthalt abzusagen, damit wir versuchen können, das Haus erneut zu vermieten, um den Verlust für den Gast zu minimieren. Wenn wir das Haus zum ursprünglichen Preis weiter vermieten, kann der Gast bis zu 75 Prozent der Miete zurückerhalten. Da es legal war, während der Pandemie in dänischen Ferienhäusern zu bleiben, ist es uns in vielen Fällen gelungen, die Vermietung zum Nutzen unserer Gäste und Hausbesitzer fortzusetzen“, fährt er fort.

Quelle: TV2 MIDTJYLLAND – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 18.04.2021

Foto: TV2 MIDTJYLLAND