Die Dänen müssen für die Bier- und Getränkedosen in den Grenzgeschäften keinen Pfand bezahlen, aber das muss jetzt geändert werden, so der deutsche Naturschutzverband Deutche Umwelthilfe.

Wenn sich die Welt nicht in einer Coronapandemie befindet, fahren die Dänen glücklich über die Grenze und füllen Koffer und Anhänger mit Dosenbier und Soda. Die Dosen der Grenzgeschäfte sind ohne Pfand billig, aber die Dänen können sich auf steigende Preise für die Flüssigkeiten einstellen, wenn der deutsche Naturschutzverband Deutsche Umwelthilfe entscheiden darf.

Der Verband hat den Kreis Schleswig-Flensburg tatsächlich vor Gericht gebracht, da er der Ansicht ist, dass ein Pfand auf die deutschen Dosen bestehen muss. „Wir arbeiten seit 15 Jahren an einer politischen Lösung, die jedoch noch nicht eingetreten ist. Deshalb haben wir beschlossen, eine Klage einzureichen“, sagt Henriette Schneider, Expertin für Kreislaufwirtschaft im Naturschutzverband Deutsche Umwelthilfe.

Die Frage des deutschen Dosenpfands wird seit mehreren Jahren sowohl von Politikern als auch von Organisationen diskutiert. In Deutschland wird ein Pfand auf Getränkedosen erhoben, die an Privatkunden verkauft werden. Wenn die Dänen jedoch die Grenze überschreiten und Grenzwaren nach Dänemark exportieren, muss das deutsche Pfand nicht mehr bezahlt werden.

Henriette Schneider hofft, dass mit Pfand auf die Dosen weniger Abfall in der Natur landet.

Das Argument des deutschen Naturschutzverbandes lautet daher auch, dass mit einem deutschen Dosenpfand die Anzahl der Dosen in der Natur reduziert wird. „In Deutschland werden jedes Jahr 650 Millionen pfandfreie Dosen an Dänen verkauft, von denen viele tausend in der Natur landen. Dieses könnte zur Folge haben, dass umweltschädliche Substanzen freigesetzt werden“, argumentiert Henriette Schneider und fügt hinzu: „Als das Pfandsystem 2003 in Deutschland eingeführt wurde, gab es auch große Bedenken hinsichtlich des Verkaufs, aber diese Bedenken wurden nicht bestätigt, und angesichts des Unterschieds zwischen den deutschen und dänischen Preisen glauben wir nicht, dass dieses die Dänen dazu bringen wird, kein Bier und Wasser in Deutschland mehr zu kaufen.“

Nach Angaben des Finanzministeriums kaufen Dänen in Grenzgeschäften pro Jahr Bier und alkoholfreie Getränke für 1,4 Mrd. Kronen (188,3 Mio. Euro).

Im Kreis auf der deutschen Seite der Grenze versteht Wolfgang Buschmann, Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg, nicht, warum eine Klage notwendig ist. In einer Pressemitteilung erklärt er, dass er sich darüber ärgert, dass der Kreis beschuldigt wird, passiv zu sein. „Vielleicht bietet der Prozess die Gelegenheit, sich nicht nur auf den aktiven Umweltschutz zu konzentrieren, sondern auch auf die wirtschaftlichen und arbeitsrechtlichen Aspekte auf dieser Seite der Grenze“, sagt er.

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 20.04.2021

Fotos: TV SYD