(Esbjerg) – Der neuen Fähre zwischen Esbjerg und Fanø fehlt der Anker, der in einem Spiel zwischen Ägypten und einer Reederei plötzlich zur Geisel geworden ist. In einem der Container des riesigen Containerschiffs „Ever Given“, das kürzlich den Suezkanal blockierte, befindet sich der Anker und die Ankerkette für die neue Fähre „Grotte“ der Fanø-Verbindung.

Obwohl die Fähre später in diesem Jahr in der Verbindung zwischen Esbjerg und Fanø eingesetzt werden soll, verschwindet die Hoffnung in der technischen Abteilung der Reederei Molslinjen, den Anker der Fähre „Grotte“ freigeben zu lassen, ,Das Schiff „Ever Given“ und seine Container werden von den ägyptischen Behörden als Geiseln festgehalten, die von den japanischen Eigentümern der „Ever Given“ eine Entschädigung in Milliardenhöhe verlangen, weil sie eine der größten Seehandelsrouten der Welt tagelang blockiert haben.

„Wir müssen nach und nach anerkennen, dass der Konflikt um die ,Ever Given‘ vorerst nicht gelöst werden kann. Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit der Werft in Hvide Sande den niederländischen Wortelboer gebeten, mit der Produktion eines neuen Ankers und einer neuen Kette zu beginnen“, sagt Jesper Maack, Presse- und Kommunikationsmanager der Molslinjen.

Die Hvide Sande Shipyard, die für den Bau der Fähre verantwortlich ist, hat versprochen, rechtzeitig einen Anker zu produzieren, damit sich der Einsatz der „Grotte“, zwischen Esbjerg und Fanø zu verkehren, nicht verzögert.

Im Januar 2021 wurde die elektrische Fähre „Grotte“ von Polen zur Werft in Hvide Sande geschleppt. Foto: Molslinjen

Das erste elektrische Modell der Fähre „Grotte“ wird für den Verkehr zwischen Esbjerg und Fanø im Spätsommer dieses Jahres vorbereitet. Der Rumpf der Fähre wurde in Polen gebaut und dann im Januar dieses Jahres zur Werft in Hvide Sande geschleppt, wo die Schiffsausstattung im hohlen Rumpf montiert wurde. Diese Fähre ist das erste elektrische Modell der Verbindung zur Insel, die mit den beiden derzeitigen Fähren „Fenja“ und „Menja“ den Betrieb mit drei Fähren aufnehmen wird.

Die „Grotte“ ersetzt die alte Sønderho-Fähre, die nur Platz für 163 Passagiere und keine Autos bot. Die neue Elektrofähre wird zu den beiden bestehenden Fähren „Fenja“ und „Menja“ passen, die Platz für bis zu 396 Passagiere, 35 Autos und 60 Fahrräder bieten. Der Preis liegt bei rund 100 Millionen Kronen (1,344 Mio. Euro).

In der Hochsaison beträgt die Wartezeit für Passagiere oft mehrere Stunden, und mit der neuen Fähre soll es besser werden.

Zwei Legenden über „Fenja“, „Menja“ und „Grotte“:

  • Die beiden Riesenmädchen „Fenja“ und „Menja“ waren Sklavinnen von König Frode, der sie zwang, Gold und gute Zeiten in der Mühle „Grotte“ zu malen. Die Schwestern rächten sich und porträtierten den Seekönig Mysing mit einer Armee, die König Frode besiegte.
  • Der Seekönig handelte mit Salz und nahm die Schwestern und Grotte an Bord seines Schiffes, wo er sie zwang, Salz zu mahlen. Schließlich nahm das Schiff durch das Salz an Gewicht zu und sank auf den Meeresgrund. Unten auf dem Meeresboden wurde in der Mühle „Grotte“ dennoch weitergemahlen, und deshalb ist das Meer salzig.

Neuere Version der Legende:

  • Es gab einmal zwei Schiffe, die ihre Skipper nach den beiden Riesenfrauen „Fenja“ und „Menja“ benannt hatten. Die Riesenfrauen besaßen eine Mühle, die Gold mahlen konnte, und zwei andere, die Salz mahlen konnten. Die beiden Skipper taten den Riesenfrauen einen Gefallen und bekamen dafür jeweils eine Mühle, die Salz mahlen konnte. Sie nahmen die Mühlen an Bord ihrer Schiffe, mahlten Salz und verkauften es in verschiedenen Häfen. In einem Sturm liefen die beiden Schiffe auf Grund. Eines auf eine Sandbank, die nach dem Schiff Menjø (Mandø) hieß, und das andere auf eine Sandbank, die nach dem gestrandeten Schiff Fenjø (Fanø) hieß.

(Quelle: Wikipedia)

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 24.04.2021

Fotos: TV SYD / Molslinjen