(Nakskov) – Bis zu 11.000 Jahre alt: Bernsteinschmuck aus der Steinzeit in einer Zigarrenschachtel gefunden. Nach dem Fund eines seltenen Bernsteinklumpens ermutigt das Museum Lolland-Falster nun alle, in die Kommoden zu schauen, um festzustellen, ob dort seltene Funde versteckt sind.

Ein älterer Herr von 86 Jahren lebt in einer ruhigen Wohnstraße in Nakskov, der eine Entdeckung gemacht hat, die die örtlichen Museumsleute dazu gebracht hat, große Augen zu machen. „Ich habe ein Stück Bernstein gefunden“, sagt Villy Pedersen aus Nakskov.

„Ein Stück“ Bernstein ist vielleicht eine leichte Untertreibung. Denn es ist nicht nur ein kleines Stück Bernstein, sondern ein fein geschnitztes Amulett, das vor Tausenden von Jahren von Steinzeithänden hergestellt wurde.

Villy Pedersen hatte tatsächlich alles über das Stück Bernstein vergessen, das er in den 1960er Jahren gefunden hatte. Foto: Bue Bukh – TV2 ØST

Er fand den Bernsteinklumpen zufällig in den 1960er Jahren. Im Diözesanmuseum in Maribo, das zum Museum Lolland Falster gehört, sitzt eine Museumsinspektorin, die Verständnis für und Wissen über Bernstein hat – und sie war, gelinde gesagt, begeistert, als Villy Pedersen neulich mit dem feinen Bernsteinschmuck vorbeikam.

Allerdings habe er den Schmuck nicht am Strand oder tief im Boden von Lolland gefunden, sagt die Archäologin und Museumsinspektorin Marie Brinch. „Er hatte es gerade zu Hause aus der Schublade genommen und dann auf den Tisch gelegt“, sagt Marie Brinch, Museumsinspektorin im Museum Lolland-Falster.

Das Bernsteinstück wurde vor mindestens 6.000 Jahren fein geschnitzt. Oben befindet sich ein Loch, mit dem der Schmuck in eine Halskette gesteckt werden konnte. Foto: Museum Lolland-Falster

Es wäre eine Schande zu sagen, dass der Bernsteinklumpen ein neuer Fund ist, denn schon in den 1960er Jahren hat Villy Pedersen ihn gefunden, als er in Rødbyhavn im jetzt aufgestauten Syltholmfjord Felder für einen Landbesitzer pflügte. „Damals dachte ich nur, es sei ein schönes Stück Bernstein mit Kratzern. Dieses Stück lag seither in einer alten Zigarrenschachtel“, sagt Villy Pedersen.

In der Zigarrenschachtel war der Bernsteinklumpen mehrere Jahre lang versteckt und vergessen. Doch eines Tages sah Villy Pedersens Sohn eine Fernsehsendung mit speziellen Steinzeitfunden, in der auch über ein Stück Bernstein gesprochen wurde. Deshalb brachte er seinen Vater ins Museum.

„Sie sah es sich an und sagte, dass sie noch nie ein so schönes Stück Bernstein gesehen habe“, sagt Villy Pedersen. „Es war so ein bisschen ,Wow!‘, danke. Wissen Sie, was das ist? “, fragte Museumsinspektorin Marie Brinch.

Marie Brinch erklärt, dass das Amulett aus der Zeit von 9000 v. Chr. Bis etwa 6000 v. Chr. stammt. Der Schmuck misst 4,5 mal 5 Zentimeter und ist mit Fransen verziert, die Bündel eingeschnittener vertikaler Linien sind. Der Schmuck hat ein Bohrloch, das bereits in der Antike gebrochen ist, so dass er als Schmuck und Amulett an einer Schnur um den Hals getragen werden konnte.

Jetzt bin ich Archäologin, und Archäologen sind auf dem neuesten Stand, um Dinge in die Hände von Menschen aus der Antike zu bekommen. Es ist absolut fantastisch, hier zu sitzen und ein Stück zu berühren, bei dem Sie sehen können, dass Sie etwas berühren, das ein Mensch vor vielen tausend Jahren bearbeitet hat“, sagt sie.

Museumsinspektorin Marie Brinch hofft, dass andere Bürger in den Kisten und Kästchen nach aufregenden Antiquitäten suchen. Foto: Bue Bukh – TV2 ØST

Im Museum Lolland-Falster haben sie eine beeindruckende Sammlung steinzeitlicher Funde, aber sie haben immer Platz für mehr. Die auf Bernstein spezialisierte Archäologin hat also eine klaren Meinung. „Wenn Sie denken, dass etwas herumliegt, dann überlegen Sie nicht lange, denn dann muss es ans Licht kommen. Es ist fantastisch“, sagt die Museumsinspektorin vom Museum Lolland-Falster.

Quelle: TV2 ØST – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 25.04.2021

Foto: TV2 ØST / Bue Bukh / Museum Lolland-Falster