Urlaub und Überstunden häufen sich auf dem Polizeirevier, wo die Beamten fast drei Millionen Stunden angehäuft haben. Eine Ausweitung auf 450 Beamte im Polizeivertrag reicht laut Polizeiverband gar nicht aus
2.983,111 = fast drei Millionen. So viele Urlaubs- und Überstunden hatten sich bis Ende April bei der Polizei angehäuft. Das entspricht 1800-1900 Mannjahren, was fast einem Fünftel der Polizei in einem Jahr entspricht.

Das sind mehr als eine Million Stunden mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, und der Anstieg ist nicht zuletzt auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Denn obwohl Corona anfangs dazu führte, dass viele Beamte nach Hause geschickt wurden, wurden viele der Beamten später wieder zur Arbeit gerufen, weil sie mithelfen mussten, dass Corona-Einschränkungen wie die Versammlungsdecke etc. kontrolliert werden konnten.

Später sollten Beamte auch bei der Schließung des Nerzberufs mithelfen, was zusammen mit dem neuen Urlaubsgesetz dazu geführt hat, dass das Urlaubs- und Überstundenkonto verwildert ist.

Neues Polizeiabkommen reicht nicht

Dies geschieht zeitgleich mit den immer komplexer und personalintensiver werdenden Aufgaben der Polizei, was den Polizeiverband nun veranlasst, an das Folketing zu appellieren, die Polizeikräfte deutlich auszubauen. Denn auch wenn die Polizeivereinbarung in diesem Herbst eine Aufstockung der Truppe auf 450 Beamte in den Jahren 2021-2023 vorsehe, reiche das bei weitem nicht, sagt Bundesvorsitzender Heino Kegel.

„Diese vielen Stunden können Sie nicht einfach mit Hilfe einiger Management-Tools vermeiden. Sie sind, weil es zu wenige Hände gibt. Die 450 zusätzlichen Beamten im Polizeivertrag sind ein Schritt in die richtige Richtung, reichen aber bei weitem nicht aus. Wir glauben, dass wir innerhalb von 10 Jahren auf 15.000 Polizisten gesamt sein müssen, um den Anforderungen der Politik an die Polizei gerecht zu werden. Das sind mehr als 4.000 mehr als heute, und das erfordert eine Erweiterung der Polizei mit 450 zusätzlichen Beamten pro Jahr “, sagt Heino Kegel gegenüber der Presse.