(Fredericia / Flensburg) – Am Freitagnachmittag wurde das portugiesische Kreuzfahrtschiff „Vasco Da Gama“ mit Kanonensalut und Flaggen empfangen, als es den Hafen von Fredericia anlief.

In Flensburg dsagegen erwägt man den Verzicht auf Kreuzfahrttouristen, da es eine große Umweltbelastung darstellt und die Touristen in der Stadt nur wenig Geld ausgeben.

Das portugiesische Kreuzfahrtschiff „Vasco Da Gama“ ist am Freitagmorgen in Fredericia eingetroffen. Begeistert wurden die Kreuzfahrtgäste von Kanonensaluten, Fahnen und Musik und neugierigen Bürgern, die einen Ausflug in den Hafen gemacht hatten, um das große Schiff zu sehen, in der Stadt begrüßt.

In Fredericia freuen sie sich über Kreuzfahrtgäste in die Stadt. Vor eineinhalb Jahren lag zuletzt ein Schiff mit Touristen am Kai der alten Festungsstadt. „Wir freuen uns, dass die Branche wieder Fahrt aufgenommen hat, auch wenn sie sich durch Covid-19 noch in einer ernst zu nehmenden Situation befindet, und deshalb drehen wir die Aktivitäten nicht ganz auf. Wir hoffen, dass die Gäste trotzdem einen positiven Eindruck von Fredericia bekommen, damit sie Lust haben, alleine wieder zu kommen“, sagt Lone Østergaard, Tourismus- und Kreuzfahrtkoordinatorin bei VisitFredericia.

Die „Vasco da Gama“ verließ am Freitagabend um 20:00 Uhr den Hafen wieder. Foto: Jørgen Guldberg, TV SYD

Weiter südlich, in Flensburg, ist am Mittwochmorgen dieser Woche kurz vor 08:00 Uhr das Kreuzfahrtschiff „World Voyager“ als erstes Kreuzfahrtschiff nach Corona in der Stadt eingetroffen und manövrierte rückwärts in den Hafen.. Doch hier weckte so ein touristischer Besuch keine Begeisterung bei der Bevölkerung aus und führt in der Stadtverwaltung zur einer Grundsatzdebatte.

Kreuzfahrtschiff „World Voyager“ in Flensburg

„Es gibt praktisch keinen Umsatz in der Stadt. Es findet ein bisschen Einkaufen und Kaffeetrinken statt und vielleicht ein Essen in einem unserer Restaurants, aber viele der Passagiere bevorzugen es, an Bord zu bleiben und dort zu essen. Angesichts des schwarzen Qualms, der aus dem Schornstein kommt, kann es durchaus sein, dass wir aus dem Kreuzfahrtschiffgeschäft aussteigen müssen“, sagt der Tourismusdirektor der Stadt Gorm Casper.

Die „Vasco da Gama“ im Hafen von Fredericia. Mehrere Bürger der Stadt hatten den Weg zum Kai gefunden, um das große Schiff zu sehen. Foto: Jørgen Guldberg, TV SYD

Kreuzfahrttouristen geben durchschnittlich 250 Kronen (33,60 Euro) aus. Laut „Retail News“ führte ein norwegisches Forschungsteam der Universität Bergen unter der Leitung von Professor Svein Larsen 2017 eine große Studie darüber durch, wie viel Geld Touristen ausgeben und wofür sie es ausgeben.

Sie befragten 8.000 Touristen, von denen 1.300 mit Kreuzfahrten reisten. Sie wurden gefragt, wie viel Geld sie für die Reise ausgegeben haben und wofür. Laut Professor Svein Larsen sind Kreuzfahrttouristen diejenigen, die in den Städten, die sie besuchen, am wenigsten Geld ausgeben. Im Durchschnitt gibt ein Kreuzfahrttourist 250 Kronen (Ausgabe 2017) aus, wenn er an Land geht.

Den Zahlen der Studie zufolge geben Touristen, die in Hotels übernachten, am meisten Geld aus. Sie geben durchschnittlich 1.000 Kronen (134,47 Euro) pro Tag aus, während Campinggäste die Hälfte davon ausgeben.

Ja oder Nein zum Kreuzfahrttourismus? In Fredericia erwarten sie am 2. August ein weiteres Kreuzfahrtschiff und hoffen nun, dass die Saison beginnen kann.

In Flensburg wollen sich die Stadtpolitiker nach den Sommerferien entscheiden, ob sie diesen Tourismus weiterführen oder zu weiteren Kreuzfahrtbesuchen nein sagen werden.

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 24.07.2021

Foto: TV SYD