(Haderslev) – Südlich von Haderslev hat die Ausgrabung des Grabes einer reichen Frau begonnen. Nicht alle Tage findet man ein Kammergrab aus der Wikingerzeit. Die Funde werden in Haderslev ausgestellt. Eine Halskette, Eisenbeschläge von einer Truhe, zwei Broschen und Skelettreste.

Das Grab weist darauf hin, dass es sich um eine wohlhabende Frau handelt, die hier begraben liegt. Es klingt zunächst nicht nach viel, ist aber ein äußerst ungewöhnlicher Fund, den eine Gruppe von Archäologen des Museums Sønderjylland (Südjütland) südlich von Haderslev gemacht hat. Das alte Kammergrab aus der Wikingerzeit befindet sich knapp unterhalb der Pflugschicht auf einem Grabhügel.

„Die Entdeckung des Ausgrabungsgebiets, wie wir es hier vor uns haben, ist seit Ende der 1960er Jahre nicht mehr untersucht worden“, sagt Silke Eisenschmidt, Museumsinspektorin für Archäologie im Museum Sønderjylland.

In der Nähe der beiden zungenförmigen Fundstellen wurden zwei Glasperlen gefunden – eine türkise und eine grünliche mit Blumen verziert. Foto: Museum Sønderjylland

Das Grab ist eine 2,8 mal 2 Meter große Holzkammer, und Archäologen haben eine Halskette mit Glasperlen in verschiedenen Farben und Formen, eine Bronzeschale zum Händewaschen und Eisen gefunden, das möglicherweise von einer Truhe stammt. Darüber hinaus haben Archäologen Knochenfragmente gefunden, die darauf hindeuten, dass es sich um eine Frau handelt.

„Die Funde sind sehr wichtig. Wir haben nicht viele Gräber zu diesem sozialen Status aus dieser Zeit, und es ist sogar eine Gegend, in der man nicht so viele Funde aus der Wikingerzeit macht“, sagt sie.

Ein zerbrechliches Bronzeobjekt, das in der Nähe der zungenförmigen Fundstellen (heller Sand) gefunden wurde, wurde zur Untersuchung weitergegeben. Ist es die dritte Fibel, ein Anhänger in der Kette oder „nur“ ein weiteres Stück der Bronzeschale? Dieses kann zunächst in der Restaurierungswerkstatt geklärt werden. Foto: Silke Eisenschmidt

Silke Eisenschmidt sagt, dass das Skelett porös und bröckelig ist und die Archäologen daher nur wenige Skelettspuren bestimmen können. Wenn Archäologen jedoch weitere Skelettreste finden, können sie möglicherweise feststellen, wie alt die Frau war und ob sie Krankheiten hatte. Sie können auch einen DNA-Test durchführen. Doch in einem sind sich Archäologen bislang sicher, die Frau gehörte zur Elite ihrer Zeit.

Die Museumsinspektorin sagt, dass sie sich dem Ende der Ausgrabungen nähern. „Vielleicht dauert es noch bis Anfang nächster Woche“, sagt sie.

Sie sagt, dass sie in erster Linie ihre Erkenntnisse durch die Konservierung erhalten müssen, weil es nicht so gut läuft. Danach werden die Grabbeigaben im Archäologischen Museum in Haderslev ausgestellt.

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 02.09.2021

Fotos: TV SYD