Mehr als die Hälfte der Zeit trafen die Drohnen vor den Krankenwagen ein. In einem neuen Pilotprojekt des schwedischen Karolinska-Instituts haben Forscher Defibrillatoren mit Drohnen an Menschen mit Verdacht auf Herzstillstand geschickt. Mehr als die Hälfte der Zeit trafen die Drohnen vor den Krankenwagen ein, im Durchschnitt traf die Drohne zwei Minuten früher am Tatort ein.

Dieses sind wichtige Minuten, wenn das Herz stoppt und aufhört zu schlagen, Blut durch den Körper zu pumpen, und das Gehirn beginnt nach vier bis sechs Minuten, Schaden zu nehmen.

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MEHR ÜBER DIE STUDIE

Im Jahr 2020 wurden die Drohnen vier Monate lang getestet. Nun wurden die Ergebnisse in der medizinischen Fachzeitschrift European Heart Journal veröffentlicht.

In 11 von 12 Fällen erreichte die Drohne die hilfebedürftige Person.

m Durchschnitt flog die Drohne etwa drei Kilometer pro Flug. Es gibt einige Hindernisse bei der Verwendung eines Drohnen-Defibrillators. Er kann derzeit nicht bei regnerischem, dunklem oder starkem Wind fliegen.

Der Defibrillatortransport mit der Drohne wurde vor Eintreffen des Rettungswagens in keinem Fall in der Praxis eingesetzt.

Die Forscher hinter der neuen Studie erklären in einer Pressemitteilung, dass die Person, die den Krankenwagen ruft, künftig darauf hingewiesen wird, wo sie den Defibrillator abholen kann und wie er zu bedienen ist.

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Auch in Dänemark gibt es Pläne für Drohnen mit Defibrillatoren. Unter anderem wurde es 2018 getestet, als die Syddansk Universitet (Süddänische Universität) in Odense Defibrillatoren über einem Golfplatz von Fyn (Fünen) testete. Der Plan war, dass sie mit der Zeit in die abgelegenen Gebiete der Kommune Nordfyn fliegen können. „Doch in Dänemark gibt es mit Defibrillatorentransporten viele Hürden, deshalb wurde das Projekt vorerst auf Eis gelegt“, sagt Kristian Husum Laursen,Ein

Ein Doktorand an der Syddansk Universitet, wo die Gesundheitsdrohnen erforscht werdeb, sagte: „Der Unterschied zwischen Dänemark und Schweden ist die Bevölkerungsdichte. Das schwedische Projekt wurde in verlassenen Gebieten durchgeführt, wo es einfacher ist, das Projekt zu genehmigen.“ Und er fährt fort: „Es besteht die Gefahr, dass die Drohne abstürzt. Es ist wie bei einem Autounfall – hier kann die Drohne einfach auf die Köpfe fallen.“

Heute konzentrieren sich Forscher der Syddansk Universitet stattdessen darauf, wie Drohnen ansonsten im Gesundheitssystem eingesetzt werden können. Ein Plan ist, mit Drohnen Blutproben zwischen Krankenhäusern und Kliniken zu transportieren. Blutproben werden heute per Auto, Fähre und dergleichen transportiert, und das dauert teilweise recht lange. Durch die Verkürzung der Transportzeit können die Proben schneller analysiert werden und der Patient kann somit schneller die richtige Behandlung erhalten.

„Der Transport von Blutproben hat den Vorteil, dass es sich um feste Routen handelt, auf denen das Risiko besser beurteilt werden kann, was schief gehen kann. Das sind definierte Routen im Gegensatz zu Defibrillatoren, die an verschiedene Orte fliegen müssen“, sagt Kristian Husum Laursen.

Dieses bedeutet jedoch nicht, dass eines Tages in Dänemark keine Drohnen-Defibrillatorentransporte verfügbar sein werden. „Wir können es auf kleinen Inseln und in Gebieten mit wenigen Menschen sehen, wenn wir noch mehr über die Drohnentechnologie und die damit verbundenen Risiken wissen“, sagt Kristian Husum Laursen und fährt fort: „Aber wir werden es nicht im Zentrum von Odense oder in København sehen, wo es viele Menschen und Gebäude gibt, die die Drohne umfliegen muss. Hier sind herkömmliche Transporte effizienter.

Ob eine Drohne mit Bluttests oder einem Defibrillator fliegen muss, es besteht die Gefahr, dass sie herunterfällt. „Nur wenige Drohnen stürzen ab, aber es ist immer noch eine neue Technologie. Wir müssen daher eine Vorstellung davon haben, wie oft es geschieht. Es gibt viele Dinge, die untersucht werden müssen, bevor sie in die Luft gehen“, sagt er.

Daher versuchen Wissenschaftler auch, eine Lösung zu finden, damit die Drohne Menschen nicht trifft, wenn ein Unfall passiert. „Wir arbeiten daran, einen Fallschirm auf die Drohne und einen kleinen Computer zu setzen. Der Computer behält im Auge, ob die Drohne die richtige Stelle anfliegt, ob sie in der Luft nach rechts abbiegt oder ob sie kurz vor dem Absturz steht. In diesem Fall wird ein Fallschirm ausgelöst und eine Nachricht gesendet, dass die Drohne abgestürzt ist. So können wir Unfälle vermeiden“, sagt Kristian Husum Laursen.

Quelle: Danmarks Radio – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 04.09.2021

Fotos: Danmarks Radio