(København) – Der 1986 in København geborene Parlamentsabgeordnete Sikandar Siddique und seine pakistanischen Eltern wurden am Dienstag vor dem Folketing in Christiansborg verbal angegriffen. Statsministerin Mette Frederiksen (Socialdemokraterne) distanziert sich von einer verbalen Attacke auf den Abgeordneten Sikandar Siddique und seine Eltern im Zusammenhang mit der Parlamentsöffnung am Dienstag.

Dieses schrieb sie am Donnerstag im Zusammenhang mit der Eröffnungsdebatte auf Facebook. „Er war gestern (Dienstag, Anm. d. Red.) vor den Toren von Christiansborg einem völlig unerhörten rassistischen Angriff ausgesetzt. Es ist an sich schon schlimm genug. Aber noch schlimmer ist, dass auch seine alten Eltern einer völlig unvernünftigen und groben Beleidigung ausgesetzt waren“, schreibt unter anderem Mette Frederiksen.

„Ich ärgere mich so sehr, und heute Abend werde ich das Folketing bitten, sich von der Episode zu distanzieren. Ein rassistischer Angriff auf eine Familie ist ein Angriff auf alle Minderheiten. Es gehört nicht nach Dänemark. Und ein Angriff auf einen demokratisch gewählten Politiker ist ein Angriff auf die Demokratie selbst. Es gehört daher auch nicht nach Dänemark. Meine Gedanken gehen heute besonders an Sikandars Eltern“, schreibt sie.

Ein Mann, der ein T-Shirt mit der Aufschrift „Fuck Islam“ trug, griff Siddique an, der ein fraktionsloses Mitglied und Vorsitzender der Partei Frie Grønne (Freie Grüne) ist, während Siddique mit seiner Mutter und seinem 82-jährigen Vater aus Christiansborg kam, die sich beide auf einen Rollator stützen. Sowohl das ehemalige Parteimitglied der Alternativet als auch seine Eltern wurden von dem Mann beleidigt, der sie unter anderem aufforderte, „nach Hause zu reisen“.

Sikanda Siddique

Das ging aus einem Video hervor, das der Politiker in den sozialen Medien geteilt hat. „Gehst du bald nach Hause? – Dann kannst du deine Eltern mitnehmen, oder was auch immer sie sind! – Deine arabische Kultur ge-hört nicht nach Dänemark! – Ihr seid hier nicht willkommen!“, rief der Mann Siddique und seiner Familie zu.

Bereits am Dienstag und Mittwoch hatten sich mehrere Parlamentskollegen sowohl aus dem Roten als auch aus dem Blauen Block für Siddique, der pakistanische Wurzeln hat, ein-gesetzt.

Siddique hat sich für die Unterstützung bedankt. „Ich kann verstehen, dass die Statsministerin nun das Folketing auffordern wird, sich von dem Rassismus zu distanzieren, dem meine Eltern und ich neulich ausgesetzt waren. Dankeschön! Aber ich möchte wirklich, dass das Folketing einen Aktionsplan gegen Rassismus und Hass auf den Weg bringt. Es betrifft viel zu viele – täglich“, schreibt er auf Twitter.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 07.10.2021

Foto: TV2