(Odense) – Im Frühjahr wurde ein Wohngebiet im Stadtteil Gerthasminde von einem neuen Ortsplan ausgenommen. Geplant sind mehrstöckige Gebäude, doch jetzt machen Anwohner mit einer Statue auf ihre Unzufriedenheit mit der Politik aufmerksam.

Am Freitag ist ein neuer Bewohner in das erhaltenswürdige Wohngebiet Gerthasminde in Odense eingezogen. Genauer gesagt, eine 750-Pfund-Statue von H.C. Andersen sateht jetzt auf einem Parkplatz in der Wohngegend. Der neue Bewohner wurde aus einem ganz besonderen Grund eingeladen. „Am 16. November ist Kommunalwahl, und wir haben einfach festgestellt, dass es eine Gelegenheit ist, die Politiker auf Fehler aufmerksam zu machen. Ziel sei es, bei der Odenseer Bevölkerung und insbesondere bei der Politik Aufmerksamkeit zu erregen“, erklärt Marianne Albeck, Vorstandsmitglied von der Gerthasminde Beboer- og Grundejerforening (Gerthasminde Bewohner- unf Grundstückseigentümerverband).

Das Wohngebiet zeichnet sich durch eine detailreiche Architektur, dichte Bebauung und kleine Außenanlagen aus, die vom Architekten Anton Rosen entworfen wurden. Die Bewohner von Gerthasminde befürchten mit den Bauplänen vom Projekt „ Falen 20“ ruiniert zu werden – und genau das ist nun der Grund, warum die H.C. Andersen jetzt dort steht

Die Statue steht jetzt mit dem Rücken zum Parkplatz, aber mit Blick auf das umstrittene Grundstück „Falen 20“. Foto: Marianne Albeck

Ende April verabschiedete das Stadt- und Kulturkomitee der Kommune Odense einen neuen Ortsplan für Gerthasminde. Der Bebauungsplan sieht vor, dass die Architektur des Wohngebiets, hinter der der Architekt Anton Rosen steht, erhalten bleiben muss. Das Gelände von „Falen 20“ wurde jedoch aus dem lokalen Plan gestrichen. Ein Grundstück, auf dem der Eigentümer zwei dreistöckige Häuser bauen möchte.

Der Bereich innerhalb der gestrichelten Linien ist Gerthasminde. Das Grundstück unter dem roten Kasten ist „Falen 20“, das nicht im Ortsplan enthalten ist. Foto: TV 2 Fyn

Und genau gegen diese Entscheidung und die Aussicht auf das Hochhaus protestieren die Bewohner von Gerthasminde. Im Frühjahr schlugen die Bewohner von Gerthasminde zusammen mit fünf Vereinen vor, das Land für einen Klimapark mit Hochbeeten, Bäumen und einem Unterstand zu nutzen. Auch Unterschriftensammlungen haben stattgefunden. Im April 2019 reichten die Bewohner des Viertels 228 Unterschriften gegen das Bauvorhaben ein.

Ende September dieses Jahres richteten sie eine digitale Unterschriftensammlung mit nochmals 268 Unterschriften ein. „Auf unsere massiven Proteste und die vielen Einwände hat die Kommune bisher nicht gehört“, sagt Marianne Albeck. Das hält sie jedoch nicht davon ab, den Kampf fortzusetzen, und das hat einen besonderen Grund. „Wir haben oft gekämpft und sind mit der Kopf gegen die Wand gelaufen, aber es schafft eine größere Gemeinschaft. Nicht nur in Gerthasminde, sondern in ganz Vesterbro“, sagt sie.

Viele Odenseer sind aufgetaucht – darunter Politiker mehrerer Parteien. Foto: Marianne Albeck

Die Statue wurde vom Künstler Jens Galschiøt geliehen. Wann H. C. Andersen seinen Blick über „Falen 20“ hinaus beenden wird, ist noch unsicher. Die Statue wird nicht entfernt, bis der Fall beigelegt ist. Ob die Entscheidung für einen Klimapark oder ein begonnenes Hochhaus fällt, wird die Zeit zeigen.

Quelle: TV2 FYN – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 06.11.2921

Fotos: TV2 FYN