(Skagen) – Das kanadische Unternehmen One Ocean Expeditions Inc. behauptet etwa 40 Millionen Kronen (6,19 Mio. Euro) von dem festgehaltenen russischen Forschungsschiff „Akademik Ioffe“ in Skagen zu bekommen. Das geht aus einer Abschrift des Gerichtsbuchs des Gerichtsvollziehers in Hjørring hervor, das TV2 Nord zugänglich gemacht wurde.

Der Claim des kanadischen Unternehmens stammt aus dem Jahr 2018. Damals hatte die One Ocean Expeditions Inc. das Schiff mit Crew und Kapitän gechartert und hat das Schiff für Kreuzfahrtexpeditionen genutzt. Im Zusammenhang mit einer Expedition am 24. August 2018 lief das Schiff nördlich von Kanada auf Grund. An Bord befanden sich viele Passagiere.

Laut Gerichtsbuch ist das Unternehmen der Meinung, dass das Auflaufen auf Grund von der Besatzung verschuldet wurde, da sie nicht die korrekte Navigation nach den Seekarten vornahm. Erst einige Stunden später konnte das Schiff wieder freigeschleppt werden, und aufgrund des entstandenes Schiffsschadens mussten sowohl die Restfahrt als auch die restlichen Saisonfahrten abgesagt werden.

Dieses verursachte zusätzliche Kosten für das Unternehmen, das in Kanada eine Klage gegen die russischen Schiffseigner in Höhe von fast 40 Mio. Kronen eingereicht hat. Nach dem Gerichtsbuch des Gerichtsvollziehers war es den russischen Eignern nicht möglich, zu zahlen, und daher kam das kanadische Unternehmen zu dem Schluss, dass das Festhalten des Schiffes erforderlich war, um ihre Ansprüche durchzusetzen.

In der Vergangenheit wurde schon versucht, das Schiff in Portugal festzuhalten, aber es gelang ihm, den Hafen zu verlassen, bevor das zuständige Gericht seine Entscheidung übe das Festhalten bekannt geben konnte. Das Schiff gehört der unabhängigen Organisation P.P. Shirshov Institute of Oceanology of Russian, deren Eigentümer der russische Staat ist.

Quelle TV NORD – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 06.11.2921

Fotos: TV NORD