Während mehrere Unternehmen aufgrund von Corona über das Julefrokosten (Anmerkung: trad. dänisches Weihnachtsessen in der Vorweihnachtszeit) nachdenken, haben es einige bereits abgesagt. In den kommenden Wochen planten Tausende dänischer Betriebe, Mitarbeiter zum diesjährigen Julefrokosten einzuladen. Der jüngste Anstieg der Coronavirus-Infektionen hat jedoch viele Firmen dazu veranlasst, über das Julefrokosten nachzudenken und ob es verschoben oder abgesagt werden sollte.

In der dänischen Industrie, die mehr als 18.700 Mitgliedsunternehmen hat, hört man zwei Arten von Bedenken. Das sagt die stellvertretende Direktorin des Handelsverbandes, Henriette Søltoft. „Auf der einen Seite hören wir von den Unternehmen, die sich überlegen, ob sie angesichts der zunehmenden Infektionen das Julefrokosten durchführen sollen. Auf der einen Seite herrscht Besorgnis in dem Teil der Geschäftswelt, der unter der Corona durch den Shutdown wahnsinnig hart getroffen wurde und immer noch einen enormen Umsatzverlust hat, der im Laufe der Zeit ausgeglichen werden muss. Zum Beispiel liefern zahlreiche Firmen für das Julefrokosten“, sagt Henriette Søltoft.

In der SMVdanmark, die kleine 18.000 kleine und mittlere Unternehmen organisiert, ist die Zahl der Stornierungen bei den Unternehmen, die zum Julefrokosten ausliefern, bereits deutlich gestiegen. „Kunden stornieren aus Angst vor einer Ansteckung, es ist also ihre eigene Entscheidung. Aber sie tun es, weil Behörden und Politiker Corona zu einer gesellschaftskritischen Krankheit aufgewertet haben und die Menschen deshalb besorgt sind“, sagt Jakob Brandt, Geschäftsführer von SMVdanmark.

Er glaubt, dass es aufgrund der Situation an der Zeit ist, den betroffenen Unternehmen wieder irgendeine Form von Entschädigung zuzugestehen. Mehrere Unternehmen haben sich für eine Stornierung entschieden Derzeit gibt es keine Beschränkungen, die Unternehmen verbieten, Mitarbeiter zum Julefrokosten einzuladen.

Unabhängig davon gibt es bereits mehrere Unternehmen, die sich entschieden haben, das Julefrokosten abzusagen. Laut Danmarks Radio sind dies beispielsweise Danske Fragtmænd, Danfoss und Danmarks Radio. Laut der Gewerkschaftszeitung „Fagbladet 3F“ verfolgen eine Reihe weiterer Unternehmen die Situation aufmerksam und haben Sondermaßnahmen beschlossen.

Die Salling Group plant unter anderem, die Julefrokosten wie gewohnt abzuhalten, jedoch mit der Auflage von Corona-Pässen. Die Sundhedsstyrelsen (Gesundheirsbehörde) gibt an, dass es derzeit keine spezifischen Empfehlungen zu Julefrokosten gibt. Die Behörde verfügt jedoch über eine Reihe von Infektionspräventionsräten, die alle genutzt werden jönnen. Einer der allgemeinen Ratschläge ist, sich impfen zu lassen, und ein anderer ist, zu Hause zu bleiben und sich testen zu lassen, wenn man Corona-Symptome hat.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 19.11.2021

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