Es wird erwartet, dass mehr Krankenschwestern Konsequenzen aus der Unzufriedenheit ziehen und ihre Positionen aufgeben werden. Den ganzen Herbst über kam es in den Krankenhäusern des Landes immer wieder zu Arbeitsniederlegungen unter unzufriedenen Pflegekräften.

Am Montagmorgen forderten viele Pflegekräfte landesweite Arbeitsniederlegung zwischen 07:45 und 08.45 Uhr. Das sagt Pfleger Luca Pristed, Sprecher der streikwilligen Pflegekraftgruppe. „Ich erwarte, dass einige Hundert von jedem Krankenhaus teilnehmen können, so dass wir landesweit bis zu über 1.000 Krankenschwestern erreichen können.

„Hier in der Region haben sich Pflegekräfte in den Krankenhäusern in Herning und Silkeborg für die Arbeitsniederlegung angemeldet“, schreibt Luca Pristed auf seiner Facebook-Seite. Es herrscht Unzufriedenheit bei der Bezahlung und den Arbeitsbedingungen der Krankenschwestern und .pfleger und sie auf die Barrikaden treibt.

Im August griff die Regierung in den zehnwöchigen Krankenpflegestreik ein. Es führte nicht zu besseren Bedingungen, die die Pfleger verlangt hätten und für die sie gestreikt haben. „Wir stehen vor einem Winterhalbjahr, in dem die Krankenhäuser zusammenbrechen können. Auf alle möglichen Lenkungskreise und Tarifverhandlungen können wir nicht warten. Wir müssen jetzt handeln, und darauf wollen wir aufmerksam machen“, sagt Luca Pristed.

Die Streiks waren bisher als illegal bekannt und kosteten die Teilnehmer eine Geldstrafe. Aber das bringt Luca Pristed nicht zum Aufgeben. „Wir haben das Bußgeld seit vielen Wochen angenommen, und wir sind auch am Montag dazu bereit“, sagt er.

Die Nationale Gruppe für Arbeitsstopps hat sogar Pflegekräfte aufgefordert, vor dem 1. Dezember zu kündigen. Luca Pristed hat den Eindruck, dass viele diesem Ruf folgen werden. „Es basiert auf der Unterstützung, die wir gesehen haben, und den Reaktionen, die wir erlebt haben. Von Sommer bis jetzt seien die Kündigungen eingetroffen“, sagt Pristed, der selbst vor Ende November ihre Anstellung aufgeben will. „Wenn Pflegekräfte in größerer Zahl ihre Ämter aufgeben, könnte dies als illegaler Schritt empfunden werden“, räumt er ein.

„Die Gefahr besteht, aber jetzt müssen wir sehen, wie das Arbeitsgericht das sieht. Es ist paradox, dass wir Nein zu einem System sagen, von dem wir glauben, dass es nicht zu uns passt. Wenn wir dann aufgefordert werden, unsere Entlassungen zurückzunehmen, dann würde ich das als Zwang bezeichnen, in einem zusammenzubrechenden Gesundheitssystem zu arbeiten. Es werde nicht gut ankommen“, sagt Luca Pristed.

Quelle TV MIDTVEST – überarbeitet und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 29.11.2021

Foto: TV MIDTVEST