Schuld daran seien unter anderem Medien und Politik, dass die Bevölkerung die Einwanderung verzerrt wahrnehme, so der Mann hinter einer neuen Studie. Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Integration und der Meinung der Dänen, wie Integration verläuft. Das zeigt eine neue Studie des dänischen Wissenszentrums für Integration und Mandag Morgen (Montagmorgen).

„Der Unterschied ist riesig. Auf alle Fragen antworten sie verzerrt. Die Verzerrung macht mir Sorgen“, sagt Rasmus Brygger, Gründer des dänischen Wissenszentrums für Integration. Die Umfrage 2015 umfasste Befragte, die eine Reihe von Fragen zu ihrer Wahrnehmung der Integration beantworteten. Die Ergebnisse zeigten, dass drei von vier Dänen die Integration für schlechter halten, als sie tatsächlich ist.

Und das zeigt sich unter anderem bei der Einwanderungskriminalität. Hier antworten die Befragten, dass die Kriminalität unter männlichen Einwanderern und Nachkommen auf 20 Prozent gestiegen ist. Tatsächlich sind es 3,5 Prozent. Das zeigen die Zahlen des Integrationsbarometers des Ministeriums für Einwanderung und Integration aus dem Jahr 2019.

Ziel der Studie ist es, die Wahrnehmung der Dänen über die tatsächlichen Verhältnisse im Bereich der Integration zu untersuchen. Es entsteht in Zusammenarbeit zwischen Mandag Morgen und dem Danmarks Videncenter for Integration (Dänemarks Wissenszentrum für Integration) sowie zwei Forschern der Universität Aalborg, Professor Jørgen Goul Andersen und außerordentliche Professorin Karen Nielsen Breidahl.

Sie basiert auf einer umfassenden Studie des Forschungsinstituts Yougov.

Laut Dänemarks Wissenszentrum für Integration und Monday Morning glauben die Befragten, dass nur 50 Prozent der nicht-westlichen Einwanderer die Demokratie unterstützen. Tatsächlich unterstützen 85 Prozent von ihnen die dänische Staatsform. Dies4e zeigt die Staatsbürgerschaftsumfrage des Ministeriums für Einwanderung und Integration aus dem Jahr 2016.

Darüber hinaus antworten die Befragten, dass ihrer Meinung nach 44 Prozent der nicht-westlichen Einwanderer der Meinung sind, dass Männer und Frauen die gleichen Arbeitsmöglichkeiten haben sollten. Laut der Staatsbürgerschaftsumfrage des Ministeriums für Einwanderung und Integration aus dem Jahr 2020 sind es sogar 88 Prozent.

Rasmus Brygger bezeichnet die Zahlen als „besorgniserregend“. Er erklärt, dass es wichtig sei, die realen Bedingungen in der Gesellschaft zu kennen, da sie sich auf unser politisches Verhalten auswirken. „Wenn wir für eine Partei ein Kreuz machen oder uns auf eine neue Politik beziehen, dann auf der Grundlage dessen, was in der Gesellschaft passiert“, sagt er.

Zudem sei es auch für die öffentliche Debatte wichtig, sagt Rasmus Brygger. „Wenn wir alle in unserer eigenen Blase leben und jeder eine Vorstellung davon hat, wie die Welt aussieht, dann fällt es uns schwer, miteinander zu reden.“ Er erklärt, dass wir eine wachsende Unsicherheit in Bezug auf die Einwanderungskriminalität haben – obwohl die Kriminalitätsrate unter Einwanderern zurückgeht. Dies liegt an der Fehleinschätzung der Bevölkerung über die Entwicklung der Migrantenkriminalität.

Rasmus Brygger weist darauf hin, dass sowohl die Medien als auch die Politiker eine Rolle dabei spielen, dass die Dänen die Einwanderung falsch wahrnehmen. Und Jens Peter Frølund Thomsen, Politikwissenschaftler an der Universität Aarhus, stimmt ihm zu. „Die Medien schreiben darüber, worüber Politiker sprechen. Und es ist klar, dass die Politik die negativen Geschichten hervorhebt, denn sie sind diejenigen, für die Lösungen gefunden werden müssen.

Jens Peter Frølund Thomsen fügt hinzu, dass man nicht vergessen sollte, dass nicht-westliche Einwanderer und Nachkommen in einigen Kriminalstatistiken immer noch überrepräsentiert sind. Die Zahlen von Danmark Statistik aus dem Jahr 2020 zeigen beispielsweise, dass die Kriminalität bei männlichen Einwanderern 51 Prozent höher ist als bei der gesamten männlichen Bevölkerung.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 30.11.2021

Fotos: TV2