Teile des Lillebælts (Kleinen Belts) werden nun ein Meeresnatur-Nationalpark. Dieses ist das erste Mal, dass diese Art von Naturschutz in Dänemark eingeführt wurde. Die Fischer sind von davon erschüttert.

Für die Fischer wird es schwieriger, im Lillebælt als Berufsfischer zu arbeiten, aber für die Natur unter der Oberfläche sollte es bessere Bedingungen geben. Gemäß dem Finanzgesetz 2022 und in den folgenden drei Jahren werden jedes Jahr 10 Millionen Kronen (1,345 Mio. Euro) für Meeresnatur-Nationalparks bereitgestellt.

Dieses ist das erste Mal, dass diese Art von Naturschutz in Dänemark eingeführt wurde. Im Lillebælt, Storebælt (Großen Belt) und Langelandsbælt (Langeland Belt) wird es Einschränkungen für die Grundschleppnetzfischerei geben. Die schleppnetzfreie Zone soll zu einer besseren Meeresumwelt beitragen, z. B. durch die Förderung einer sanften Fischerei, die Verbesserung der Laich- und Aufzuchtbedingungen für Kabeljau und die Stärkung des Angelns und des Angeltourismus in Gebieten, in denen der Kabeljau und der Dorsch zurückkehren.

Die Bedingungen, wo Grundfischerei gefischt werden darf, sollen im nächsten Jahr vereinbart werden. Sowohl am Lillebælt als auch am Sund müssen Sekretariate und andere naturfördernde Initiativen eingerichtet werden. An den Verhandlungen war auch der Finanzsprecher der Sozialdemokraten Christian Rabjerg Madsen beteiligt. „Das Leben im Lillebælt steht leider unter Druck. Mit dem neuen Nationalpark Maritime Natur setzen wir eine neue Initiative für einen Lillebælt in eine bessere Balance. Das sind gute Nachrichten für die sanften Fischer, Angler und den Tourismus, schreibt Christian Rabjerg Madsen an TV SYD

Allan Buch aus Middelfart, Vorsitzender der Bælternes Fiskeriforening (Belt Fisherei Verband), sag, dass sich die dänische Fischerei nicht von dem Verbot der Dorschfischerei in der Ostsee erholt. „Ich bin davon erschüttert. Ich dachte, die Regierung hätte sich reichlich die Finger verbrannt, als sie Stellen in selbstständigen Privatunternehmen auflöste, ohne sie einzubeziehen. Aber es ist offensichtlich noch nicht vorbei. Dieses ist ein neues Tief, wenn die Politiker immer wieder nur Absprachen treffen, ohne uns zu konsultieren, dann fällt es meinen Mitgliedern schwer zu glauben, dass es in Christiansborg wirklich einen Willen gibt, die dänische Fischerei zu erhalten“, sagt Allan Buch.

Er glaubt, dass die Schließung der Belte schwerwiegende Folgen für die lokalen Gebiete haben wird. Ihm zufolge werden Fischereihäfen geschlossen und Aktivitäten wie Arbeitsplätze an Land stark zurückgehen. „90 Prozent der Wirtschaft in der dänischen Fischerei komme aus der Schleppnetzfischerei“, sagt er.

Folketingsabgeordnete Karina Lorentzen von der Socialistisk Folkeparti freut sich, dass es nun Natur-Nationalparks unter Wasser gibt, wünscht sich aber eine ambitioniertere Einigung, bei der es auch ein Verklappungsverbot gibt.

Verklappen ist, wenn Aushubmaterial aus Häfen und Schifffahrtswegen im Wasser abgeladen wird. „Das müssen wir bei den kommenden Verhandlungen berücksichtigen“, sagt Karina Lorentzen aus Kolding.

Das Abkommen über den Lillebælt ist Teil eines größeren grünen Pakets, das die sozialdemokratische Regierung mit der Socialistisk Folkeparti, der Enhedslisten und der Radikale Venstre geschlossen hat. „Für den Lillebælt ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir jetzt ein Meeres-Nationalpark werden und das Grundnetzfischen verboten wird. Dafür haben wir in den Kommunen des Lillebælts gekämpft“, sagt Merete Due Paarup, Stadträtin von Kolding.

Die Vertragsparteien vereinbaren außerdem die Einrichtung weiterer Felsriffe und ein Abwrackprogramm für Fischereifahrzeuge in der Ostsee.

Quelle: TV2 SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 05.12.2021

Fotos: TV2 SYD