Mehrere Kommunen haben Corona-Pässe eingeführt und sind dabei, Corona-Pässe zu verlangen. Der Bürgermeister von Sønderjysk ist skeptisch und will noch abwarten. Doch zahlreiche Kommunalbedienstete müssen beim Arbeitsantritt einen Corona-Pass vorzeigen können. Diese Vorgabe wurde gerade von Land und Regionen eingeführt, nun machen sich die Kommunen auf den Weg, dass umzusetzen.

Dieses gilt beispielsweise für die Kommune Kolding, wo der Finanzausschuss am frühen Montagmorgen zusammentritt, um die neuen Regeln zu verabschieden. „Wir wollen Sicherheit für unsere Mitarbeiter und für die Bürgerinnen und Bürger, die mit ihnen in Kontakt stehen, schaffen. Daher verlangen wir, dass Mitarbeiter geimpft sind oder einen neuen Test vorweisen können. Damit folgen wir auch dem im Land und in den Regionen gewählten Modell“, sagt Jørn Pedersen (Venstre / Rechtsliberale Partei), Bürgermeister der Kommune Kolding.

Die neuen Regeln bedeuten nicht, dass alle Mitarbeiter bei jedem Erscheinen zur Arbeit den Corona-Pass vorzeigen müssen. „Unser System basiert auf Vertrauen, daher werden wir es nicht einfordern. Aber es werden Stichproben gemacht, denn sonst könnte man die Regeln genauso gut nicht einführen. Und wenn der eine oder andere dadurch geimpft wird, ist das ein schöner Nebeneffek“t, sagt Jørn Pedersen.

Die Kommune kann anordnen, dass Mitarbeiter getestet werden, wenn ein Ausbruch auftritt. Will sich ein Mitarbeiter nicht testen lassen oder das Ergebnis eines Tests nicht preisgeben, so kann dieses laut Regelwerk „arbeitsrechtliche Konsequenzen haben“. Mit anderen Worten, sie können Ihren Job verlieren, wenn sie sich nicht an die neuen Regeln halten.

Die Regeln sind mit den anderen Kommunen im Trekantområdet (Dreiecksbereich), Vejle und Fredericia, abgestimmt, und die Kommune Varde hat bereits letzte Woche ähnliche Regeln eingeführt.

In der Kommunee Haderslev ist noch nicht entschieden, ob Auflagen für Corona-Pässe eingeführt werden sollen. Aber Bürgermeister H. P. Geil (Venstre) steht der Idee skeptisch gegenüber. „Meine unmittelbare Position ist, dass wir keine Pflicht zur Vorlage des Corona-Passes einführen sollten. Ich denke, die Leute lassen sich impfen und halten sowieso Abstand, und selbst wenn man einen Corona-Pass hat, ist es keine Garantie, dass man sich nicht anstecken kann. Aber die Corona-Regeln sind nicht statisch. Es kann sein, dass sich meine Einstellung ändert, wenn der Infektionsdruck deutlich ansteigt, oder wenn neue Regeln empfohlen werden“, sagt H.P. Geil.

Der Finanzausschuss der Kommune Esbjerg hat am Montag zwei Modelle zur Auswahl vorgestellt. In einem Modell wird man nur von den Beschäftigten den Corona-Pass als Arbeitnehmer mit besonders schutzbedürftigen Bürgern in Wohn- und Pflegeheimen verlangen können. Eines entspricht ganz dem Modell aus Kolding, wo alle kommunalen Mitarbeiter einen gültigen Corona-Pass vorweisen können müssen – nicht jeden Tag, sondern durch Stichproben.

Dieses Modell wird vom Kooperationskomitee HovedMed und von Bürgermeister Jesper Frost Rasmussen (Venstre) unterstützt. „Ich glaube, dass die Voraussetzung für einen Corona-Pass so selbstverständlich ist wie die Führerscheinpflicht, wenn man Auto fährt. Diese Vorgabe sollte für alle Mitarbeiter gelten, da jeder mit anderen Mitarbeitern oder Bürgern in Kontakt steht. Ich gehe davon aus, dass es eine Mehrheit für dieses Modell gibt“, sagt Jesper Frost Rasmussen.

Corona-Pass

  • Sie können einen Corona-Pass erhalten, wenn Sie bereits infiziert waren (innerhalb der letzten sechs Monate). Sie können den Corona-Pass auch erhalten, wenn sie geimpft oder mit einem PCR-Test negativ getestet wurden, der nicht älter als 72 Stunden oder mit einem zu schnellen Test (Antigentest) ist, der nicht älter als 48 Stunden ist.
  • In Dänemark müssen Menschen über 15 Jahren in einer Vielzahl von Bereichen Corona-Pässe vorzeigen können: Indoor-Restaurants wie Restaurants und Cafés usw., Nachtclubs und Diskotheken usw. sowie Partybusse mit Alkoholausschank. Hochschulen, Jugend- und Erwachsenenbildung sowie Sprachzentren.
  • Unternehmen können den Corona-Pass von ihren Mitarbeitern verlangen. Seit dem 26. November müssen staatliche Arbeitgeber den Corona-Pass von ihren Arbeitnehmern verlangen. Auch für die Beschäftigten in den Regionen besteht eine Corona-Pass-Pflicht, und die Kommunen können die Pflicht einführen.
  • Wenn ein Veranstalter nicht sicherstellt, dass 100 oder weniger Zuschauer/Teilnehmer in der Halle oder 1.000 oder weniger Zuschauer/Teilnehmer im Freien sind, verlangen sie den Corona-Pass.
  • Corona-Pässe sind auch bei der Rückkehr von Auslandsreisen und beim Besuch von Pflegeheimen, Wohnheimen und Krankenhäusern vorgeschrieben.

Quelle: www.coronasmitte.dk

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 05.12.2021

Foto: TV SYD