(Thorsminde) – Vor 10 Jahren gab es lange Wartelisten, um Teilzeit-Küstenwächter zu werden, aber diese Zeiten sind vorbei. Nun suchen die Küstenrettungsdienste an mehreren Orten nach Besatzungen für ihre Boote. Sie erhalten 167 Kronen (22,46 Euro) pro Stunde, wenn der Alarm ertönt, und 1.600 Kronen (201,71 Euro) pro Monat, wenn Sie als Teilzeit-Küstenwache in Bereitschaft sind.

Aber das reicht offensichtlich nicht aus, um Leute für den Job zu gewinnen. Die Küstenrettungsdienste in Hanstholm und Thorsminde brauchen dringend Menschen, die die Rettungsboote bemannen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals schlimmer war als jetzt. Wir fahren die meiste Zeit mit einer minimalen Besatzung“, sagt Morten Olsen, der seit 21 Jahren Küstenwächter in Hanstholm ist.

„Normalerweise müssen es acht Teilzeitmitarbeiter habn, um den Bedarf für größere Einsätze zu decken, bei denen beide Boote im Einsatz sein müssen. Aber jetzt sind es nur noch vier – und tatsächlich sind nur zwei wirklich verfügbar. Der eine ist krankgeschrieben und der andere seit langem in einem Kursus“, sagt Morten Olsen und führt weiter aus: „Im schlimmsten Fall müssen wir vielleicht mit nur einer Einheit auslaufen, und dann müssen wir abwägen, ob wir das Schiff brennen lassen oder Leute abholen wollen.“

Bjarne Mikkelsen ist Stationsleiter beim Küstenrettungsdienst in Thorsminde. Er sucht auch intensiv nach Teilzeit-Rettern. Foto: Janne Dalby Ewert, TV MIDTVEST

An weiteren Küstenabschnitten in Thorsminde ist die Situation ähnlich. „Ich glaube einfach, dass die Leute ihre Familie und Hobbys vorziehen“, sagt Stationsleiter Bjarne Mikkelsen. „Und dann geht es auch um Geographie“, schätzt er.

„Eine Teilzeit-Küstenwache muss innerhalb von 15 Minuten bereit sein, auszurücken und in das Rettungsboot zu springen. Wenn wir sie nicht in der Nachbarschaft haben, kann es nicht helfen, wenns ie in Ulfborg oder Holstebro wohnen. Es dauert einfach zu lange“, sagt er

Die Lösung können Vollzeitbeschäftigte sein. Fragt man die Fischer, dann werden sie nach einem Unfall nicht von einem optimal ausgestatteten Küstenrettungsdienst versorgt. Sie weisen auf eine andere Lösung als Teilzeitbeschäftigte hin. „Sie müssen prüfen, ob Sie mehr Vollzeitkräfte einstellen sollten. Auch wenn es mehr Geld kostet, wäre das der richtige Weg“, sagt Jan Hansen, Vorsitzender der Hanstholm Fiskeriforening (Fischerverband).

Die Regierungspartei der Socialdemokraterne stimmt dieser Idee jedoch nicht zu. Der Notfallbereitschaftssprecher der Socialdemokraterne, Jan Johansen, möchte die Angelegenheit jedoch in Christiansborg aufgreifen und tät dem Rettungsdienst, die Nachricht selbst zu verbreiten.

Aber in Hanstholm glaubt Morten Olsen, diese Theorie bereits getestet zu haben. „Es war in der Zeitung, es war im Radio, und ich glaube, wir haben alles Mögliche versucht und hier im letzten Jahr keine einzige Anfrage erhalten“, sagt er.

Que1le: TV2 ØST – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 07.12.2021

Fotos: TV2 ØST