(Næstved) – Die Entscheidung, trotz eines Verbots die jährliche Julefrokost (Weihnachtsessen) in Räumlichkeiten der Kommune Næstved abzuhalten, stößt nun auf Kritik. Weihnachten kann nach einem Weihnachtsessen am Freitag in einem Zentrum in der Kommune Næstved in vielen Familien in Gefahr sein.

Während Hunderte von Julefrokosten im ganzen Land aufgrund des starken Anstiegs der Corona-Infektionen und der starken Aufrufe der Behörden abgesagt wurden, entschieden sie sich dennoch für ein Julefrokost im Zentrum für Neuropädagogik in der Kommune Næstved. Diesws geschah, obwohl die Kommune in einem Schreiben von Bürgermeister Carsten Rasmussen (Socialdemokraterne) und Gemeindevorsteherin Rie Perry beschlossen hatte, die Julefrokosten in der Kommune abzusagen.

Die Julefrokost war mit einer Reihe von Corona-Maßnahmen geregelt – aber weit umfangreicher, als die Kommune im Vorfeld grünes Licht dafür angekündigt hatte. „Wir hatten akzeptiert, dass man zusammensitzen und die Julefrokost einnehmen kann, wenn es nicht abgesagt werden kann. Es sollte jedoch so sein, als würde man in der Kantine essen. Nicht mit Dekoration, Alkohol und zu viel Spaß“, sagt Carsten Rasmussen, der trotz Vorsichtsregeln über die Julefrokost den Kopf schüttelt über die Entscheidung, die Veranstaltung trotz des Verzichts auf die Julefrokost durchzuführen.

„Es ist nicht so lustig, dass wir beschlossen haben, die Julefrokosten abzusagen. Es ist verrückt, so zu Mittag zu essen, wenn Søren Brostrøm und Mette Frederiksen aufstehen und sagen, wie sie es diese Woche getan haben, und die Folgen können gewaltig sein“, sagt er.

Er weist darauf hin, dass die Entscheidung in vielen Familien das Weihnachtsfest ruinieren kann, wenn Papa oder Mama plötzlich zur Arbeit gerufen werden, um eine Extraschicht zu machen. „Wenn jemand mit Omikron auf der Veranstaltung war, könnten alle Mitarbeiter riskieren, isoliert zu werden. Außerdem arbeiten sie mit gefährdeten, hirngeschädigten Bürgern für den Alltag, die alleine nicht zurechtkommen. Einerseits wollen wir nicht, dass sie sich anstecken – andererseits ist bald Weihnachten, und wir möchten lieber nicht zur Arbeit gerufen werden, weil Kollegen sich mit Corona infiziert haben. Diese Veranstaltung habe das Potenzial, für viele Menschen eine große Bedeutung zu haben“, sagt er.

Gemeindedirektorin Rie Perry hat um einen Bericht über die Veranstaltung gebeten und wie man die Regeln anpassen kann, um derartige Julefrokosten stoppen zu können. Sie betont, dass bei der Veranstaltung eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen gegen coronare Infektionn getroffen worden seien. Sie hält es dennoch für eine wirklich schlechte Idee, die Veranstaltung abgehalten zu haben. „Ich denke, sie hätten darüber nachdenken und eine andere Entscheidung treffen sollen. Es war eine schlechte Idee, die Julefrokost abzuhalten“, sagt sie.

Sie betont, dass sie verstehe, warum Mitarbeiter ihre traditionelle Julefrokost veranstalten möchten. „Ja, das verstehe ich sehr gut. Sowohl die Frustration als auch die guten Absichten – und auch, dass sie viele Vorkehrungen gegen eine Ansteckung getroffen haben. Fakt ist aber, dass wir die Absage angekündigt hatten – und das taten wir, weil es das Klügste war“, sagt sie.

Rie Perry wird die Angelegenheit gegenüber den betroffenen Mitarbeitern nicht weiterverfolgen. „Ich bin nicht die Weihnachtspolizei. Und verstehen sie mich nicht falsch – ich finde es wirklich toll, dass sie gemeinsam Spaß haben wollen. Gemeinschaften bedeuten viel. Zukünftig muss das Management jedoch beachten, dass eine solche Mitteilung nicht frei interpretiert werden kann. Wer Zweifel an der Zukunft hat, muss sich fragen, warum es so ist“, sagt sie.

Sie betont, dass es keine personellen Konsequenzen habe, sagt aber auch, dass sie eine andere Entscheidung hätten treffen sollen. Es ist auch eine Botschaft, die Bürgermeister Carsten Rasmussen unterstützt. „Wir können nicht verhindern, dass sich die Mitarbeiter zum Weihnachtsessen in ein Restaurant in der Stadt setzen, sehen uns jedoch in einer anderen Verantwortung, wenn dieses unter der Schirmherrschaft der Kommune und in den Räumlichkeiten der Kommune stattfindet. Gleichzeitig haben wir alle in den kommenden Wochen eine zusätzliche Verantwortung, besonders aufeinander aufzupassen, damit wir Weihnachten mit unseren Familien verbringen können. Das war ein schlechtes Signal“, sagt er.

„Gerade jetzt müssen wir zusammenstehen, um weitere Schließungen zu verhindern. Das sei absolut entscheidend“, schließt er.

Que1le: TV2 ØST – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 11.12.2021

Fotos: TV2 ØST