(Golf von Guinea) – Ein Seemann wurde ins Bein geschossen und ein anderer soll von Piraten auf das Festland entführt worden sein. Zuvor hieß es in dem Artikel, Piraten hätten zwei Geiseln aus dem Containerschiff entführt.

Am Dienstagmorgen wurde jedoch ein Besatzungsmitglied unversehrt an Bord des Schiffes aufgefunden. Am Montag war die dänische Fregatte „Esbern Snare“ vor der Küste Äquatorialguineas im Einsatz. Hier kamen dänische Soldaten einem Containerschiff zu Hilfe, als es infolge von Piratenangriffen in internationalen Gewässern ein Notsignal aussendete

Doch die Piraten entkamen, ein Besatzungsmitglied des unter liberianischer Flagge fahrenden Containerschiffs wird nun vermisst. Das schreibt das Verteidigungskommando in einer Pressemitteilung.

Die ganze Operation begann damit, dass die „Esbern Snare“ Informationen erhielt, die darauf hindeuteten, dass Piraten im Gebiet der zu Äquatorialguinea gehörenden Insel Bioko aktiv sein könnten. Die Fregatte versuchte, mit einigen der zivilen Schiffe, die sich in der Nähe befanden, Kontakt aufzunehmen, jedoch ohne Erfolg. Daher hat Esbern Snare Kurs auf das Gebiet genommen.

Der Seahawk-Helikopter an Bord der „Esbern Snare“ wurde nach einiger Zeit vorausgeschickt, um das Seegebiet zu beobachten, und als er sich dem Gebiet näherte, erhielt der Hubschrauber ein Mayday-Signal, das anzeigte, dass ein Schiff in Seenot war. Es war ein Containerschiff, und als der Helikopter näher kam, konnte er auch ein kleineres Motorschiff an der Seite des Containerschiffs liegen sehen – ein sogenanntes Skiff. An Bord des Schiffes befanden sich mehrere Personen, die im Verdacht standen, Piraten und Geiseln zu sein.

Unmittelbar nach Eintreffen des Helikopters warfen die Leute im Boot Gegenstände über Bord, um vermutlich schneller fahren zu können, woraufhin die Piraten Kurs in Richtung Land und das Nigerdelta nahmen.

Um die Lage für die Geisel nicht noch gefährlicher zu machen, verfolgten die dänischen Soldaten im Seahawk-Helikopter die Piraten noch einige Zeit in sicherer Entfernung. Aber als die Piraten aus internationalen Gewässern in nationale Gewässer kamen, kehrte der Hubschrauber zur Fregatte zurück. Dänische Soldaten dürfen nicht in nationalen Gewässern operieren.

Während der Operation erhielt die „Esbern Snare“ Meldungen, dass sich an Bord des Containerschiffs, das das Mayday-Signal aussendete, noch Besatzungsmitglieder befanden, von denen einer durch Schusswunden am Bein verletzt wurde. Außerdem wurden keine Piraten an Bord des Containerschiffs gemeldet, weshalb ein Team dänischer Soldaten an Bord des Schiffes ging, um Erste Hilfe zu leisten. Der Verwundete wurde später zur medizinischen Versorgung auf die „Esbern Snare“ gebracht, der Zustand der Person war stabil.

Am Montagabend unterstützten die dänischen Soldaten an Bord des Containerschiffs weiterhin die Besatzung und suchten nach den beiden nach dem Vorfall vermissten Besatzungsmitgliedern. Am Dienstagmorgen teilte das Søværnskommandoen (Marine Kommando) mit, eines der vermissten Besatzungsmitglieder sei an Bord des Containerschiffs unversehrt aufgefunden worden.

Am Dienstagmorgen veranlasste die Aktion Verteidigungsministerin Trine Bramsen (Socialdemokraterne), einen Post auf Facebook zu schreiben, in dem sie der Besatzung an Bord der „Esbern Snare“ Tribut zollte. „Für mich unterstreicht es die Bedeutung, in der Gegend präsent zu sein“, schreibt Trine Bramsen in dem Post, wo sie die Piraten auch als „organisierte Kriminelle“ bezeichnet. Allerdings erwähnt sie auch die Tatsache, dass die Piraten offenbar mit einer Geisel entkommen sind.

Quelle: TV 2 – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 14.12.2021

Foto: TV 2