Neue Umweltstudien und ein überraschender Fund einer seltenen Muschelart in der Varde Å (Au) verschieben Arbeiten an umstrittenen Hochspannungsleitungen. Die 400-Kilovolt-Hochspannungsleitung von Idomlund bei Holstebro über Endrup bei Varde bis zur Grenze wird nun erneut verzögert. Gleichzeitig kann durch die Verzögerung die Verbindung nach Deutschland frühestens im zweiten Quartal 2024 in Betrieb genommen werden. Das teilt Energinet in einer Pressemitteilung mit.

Der Plan für die Hochspannungsleitung hat zuvor in den Kommunen, in denen die Masten stehen werden, zu massiven Protesten betroffener Bürger geführt. Bereits im Juni dieses Jahres hatte Energinet erklärt, dass die zweite Anhörungsrunde zur bevorstehenden 400-Kilo-Volt-Verbindung von Idomlund bei Holstebro bis zur deutsch-dänischen Grenze verschoben werden müsse.

Der Grund waren eine Reihe von Entscheidungen des Fødevareklagenævnet (Umwelt- und Lebensmittelbeschwerdeausschusses,) die dazu führten, dass das Projekt weiter untersucht werden musste, so dass beispielsweise Anforderungen für Bauarbeiten, bei denen geschützte Tiere gefunden werden konnten, in die Genehmigungen der Behörden aufgenommen wurden.

Neue Felduntersuchungen haben zu einem überraschenden Fund von sehr seltenen Muscheln, den sogenannten Flussperlmuscheln, in der Varde Å geführt, die der neue Stromanschluss mit unter der Au gebohrten Erdkabeln durchqueren soll. Daher waren im Herbst weitere Untersuchungen und eine detaillierte Beschreibung der Bauarbeiten zur Überquerung der Au erforderlich.

Damit kommt es zu einer weiteren Verzögerung des zweiten öffentlichen Bauabschnitts für den nördlichen Abschnitt zwischen Endrup und Idomlund. Energinet steht noch immer im Dialog mit der Miljøstyrelsen (Umweltschutzbehörde), um die beiden Umweltverträglichkeitsberichte fertigzustellen, die die Grundlage für die Umweltgenehmigungen der Projekte bilden werden.

Durch die Verzögerung der zweiten öffentlichen Phase und der achtwöchigen Konsultation verzögern sich auch die nachfolgenden Teile der Projekte. Energinet erwartet Informationsveranstaltungen wie Online-Video-Meetings. Die gesamten Bauarbeiten belaufen sich auf 3,8 Mrd. Kronen (511,1 Mio. Euro)

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Flussperlmuscheln

Flussperlmuscheln (lat.: Margaritifera margaritifera) wurden nur in einem kürzeren Abschnitt von Varde Å in Sydvestjylland (Südwestjütland) gefunden.

Sie wurde zuletzt 1974 gefunden.

Die Süßwasserperlmuschel kann bis zu 15 cm lang werden und hat eine große, dunkle, zerbrechliche und längliche Schale

Die Süßwasserperlmuschel steht in Dänemark unter Schutz gemäß §3 des Naturschutzgesetzes und der EU-Habitat-Richtlinie

Quelle: mst.dk

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 17.12.2021

Foto: Archivbild