(Hong Kong / København) – Laut Außenminister Jeppe Kofod (Socialdemokraterne) hat sich Dänemark an China gewandt, um das Problem der Skulptur in Hongkong zu lösen. Es ist besorgniserregend, dass die Skulptur „Skammens søjle“ (Säule der Scham) des Dänen Jens Galschiøt von seinem Platz an der Universität Hong Kong entfernt wurde.

Der Außenminister sagtin einem schriftlichen Kommentar: „Ich habe die Entwicklung in Hong Kong lange Zeit stark kritisiert. Zuletzt direkt an den chinesischen Außenminister, als ich ihn vor einigen Wochen in China traf. Der Fall der Säule, die auf die Ereignisse auf dem Platzdes Himmlischen Friedens (Tienanmen) am 22. April 1989 in Peking hinweist, ist leider ein weiterer besorgniserregender Fall.“

„Skammens søjle“ (Säule der Scham) in Hong Kong

Die acht Meter hohe Skulptur wurde in der Nacht zum Mittwoch von weißer Kleidung verdeckt und von Wachen und Zäunen umgeben. Später wurde sie mit einem Kran entfernt. Die Universität bestätigte am Donnerstagmorgen Ortszeit, dass die Skulptur entfernt wurde.

„Die Entscheidung bezüglich der alten Satzung basierte auf einer externen, rechtlichen Beratung und Risikoabwägung in Bezug auf das Beste für die Universität, heißt es in einer Stellungnahme. Die Skulptur stand seit 1997 an der Universität. Sie zeigt eine Reihe von verdrehten Körpern, die übereinander gestapelt sind und wurde zum Gedenken an die Opfer während der Proteste auf dem Tiananmen-Platz in Peking – auch bekannt als Tiananmen-Platz – im Jahr 1989 errichtet.

Bei den damaligen blutigen Demonstrationen wurden mehrere Befürworter einer verstärkten Demokratie in China getötet. Der Künstler Jens Galschiøt sagt, er sei schockiert und überrascht, dass die Skulptur entfernt wurde. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass er selbst der Universität angeboten hat, sie abzuholen.

Jeppe Kofod erklärt, dass die dänische Seite diesbezüglich mit den chinesischen Behörden im Gespräch sei. Von dänischer Seite haben wir uns sowohl in Peking als auch an die chinesische Botschaft hier in København der Sache angenommen und im Dialog mit dem Künstler zu einer Lösung der Angelegenheit aufgerufen.

Er glaubt, dass es in dem Fall tatsächlich um das Recht geht, sich frei zu äußern. „Wie ich bereits sagte, kann die dänische Regierung nicht entscheiden, welche Kunst die Universitäten anderer Länder ausstellen. Aber für mich und die Regierung ist das Recht, friedlich zu sprechen – durch Sprache, Kunst oder andere Mittel – ein völlig grundlegendes Recht für alle Menschen. Dieses gilt auch für Hong Kong.

Quelle: TV2 FYN – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 22.12.2021

Foto: TV2 FYN