Das Civilstyrelsen (Amt für Gesundheit und Wohlfahrt) hat einem Mitglied der dänischen Minderheit den Kauf einer Pendlerwohnung in Dänemark verweigert. Der Grund ist, dass ihre Verbindung zum Land nicht stark genug ist.

Das Civilstyrelsen hat einem Angehörigen der dänischen Minderheit in Südschleswig den Kauf einer Pendlerwohnung in Dänemark mit der Begründung der ungenügenden Bindung zum Land verweigert. Das schreiben die deutschen Minderheitenmedien in Sydslesvig (Südschleswig) eir „Der Nordschleswiger“..

Eigentlich dachte Kerstin Gosch aus Schleswig, dass das Haus gut erhalten sei, als sie beantragte, sich in Styrtom am Stadtrand von Aabenraa, wo sie arbeitet, ein Pendlerheim zu kaufen. Laut dem dänischen Civilstyrelsen erfordert so etwas eine „besondere Verbindung zu Dänemark“. Aber Kerstin Gosch meinte, dass dies kein Problem sein sollte, da sie aktives Mitglied der dänischen Minderheit in Sydslesvig ist.

Ihre Kinder haben zuvor dänische Schulen südlich der Grenze besucht, jetzt gehen sie in Dänemark in Schulen. Auch ihre Großmutter stammt aus Haderslev, und die Familie ist Stammgast auf einem Campingplatz auf Fyn (Fünen). Kerstin Gosch selbst arbeitet in Aabenraa für den schulpsychologischen Dienst der deutschen Minderheit in Sønderjylland (Südjütland). Daher war sie auch sprachlos, als sie die Antwort der Civilstyrelsen erhielt.

Aufgrund der vorliegenden Informationen ist die Civilstyrelsen nicht der Ansicht, dass sie eine besondere Verbindung zu Dänemark hat, was die Voraussetzung für die Erlaubnis zum Erwerb eines Zweitwohnsitzes in Dänemark ist“, heißt es in der Absage.

„Ich habe meinen eigenen Augen nicht getraut. Ich dachte, es muss ein Fehler sein“, sagt die dänisch gesinnte Frau gegenüber den deutschen Minderheitenmedien in Sønderjylland. Daher wandte sie sich an einen Anwalt, aber es half nicht viel. Die Nachricht war, dass die Entscheidung endgültig ist.

Die dänische Minderheitspartei in Deutschland, SSW (Südschleswigscher Wählerverband / Sydslesvigsk Vælgerforening) , versteht die Position in Dänemark nicht. „Es erscheint absurd, dass es nicht ausreicht, die Verbindung zu Dänemark zu beweisen, dass man in der dänischen Minderheit verwurzelt ist. Ich dachte ehrlich gesagt, wir hätten es schon weiter gebracht“, sagt Christian Dirschauer, der die dänische Partei im Kieler Landtag vertritt.

Auch der Abgeordnete der rechtsliberalen Partei Venstre, Bertel Haarder, hat Schwierigkeiten, die Entscheidung zu verstehen. „In anderen Bereichen haben wir Sonderregelungen für Angehörige der dänischen Minderheit in Sydslesvig, daher frage ich mich, ob auch hier eine Ausnahme von den strengen dänischen Regeln gemacht werden kann. Dieses sei die Grundlage für einen Brief an den Minister“, sagt er.

Im April einigten sich die Parteien hinter einem neuen Staatsbürgerschaftsabkommen darauf, dass Angehörige der dänischen Minderheit in Sydslesvig, die beispielsweise eine dänische Schule besucht haben, leichteren Zugang zur doppelten Staatsbürgerschaft haben sollen.

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 28.12.2021

Fotos: TV SYD