(København) – In ihrer Neujahrsansprache sagte die Statsministerin, die Regierung sei bereit, über externe Arbeitskräfte zu diskutieren. Die Wirtschaft schreit nach mehr Arbeitskräften, und vielleicht kommt in naher Zukunft mehr von dieser Art von Außen hinein.

In ihrer Neujahrsansprache am 1. Januar sagte zumindest Statsministerin Mette Frederiksen (Socialdemoktaterne), die Regierung sei „bereit, über mehr ausländische Arbeitskräfte zu diskutieren“. Das wird bei der Unterstützungspartei De Radikale Venstre, die sich seit langem mehr ausländische Arbeitskräfte wünscht, auf fruchtbaren Boden fallen und auch bürgerlichen Parteien wie der rechtsliberalen und den Konservativen die Hand reichen.

„Den Reformvorschlag der Regierung hat sich die Wirtschaft gewünscht, Arbeitskräfte von außen leichter zu bekommen. Wir sind bereit, darüber zu diskutieren. Aber wir müssen es mit Bedacht tun“, sagtw Mette Frederiksen. Sie verweist darauf, dass die Regierung will, dass mehr Menschen mehr arbeiten und hat deshalb im vergangenen Jahr den Vorschlag „Dänemark kann mehr 1“ vorgelegt.

Wann die Verhandlungen beginnen, ist noch nicht bekannt. „Wir haben vor vielen Jahren entschieden, dass wir keine ungeordnete Einwanderung nach Dänemark haben sollten. An dieser Entscheidung wollen wir festhalten. „Daher müssen wir nur Arbeitskräfte aus Branchen einstellen, die knapp sind. Es muss für einen begrenzten Zeitraum sein. Und das muss natürlich auch richtig gemacht werden“, sagte Mette Frederiksen.

Die politische Führerin der linksleberalen Radikalen Venstre, Sofie Carsten Nielsen, ist laut der Zeitund „B.T.“ zufrieden, dass Mette Frederiksen das Thema ansprach. Aber auch langfristige Lösungen müssen in Betracht gezogen werden. „Es brennt, und uns fehlen langfristige Lösungen. Nicht nur auf dem, was gerade aktuell ist“, sagt Sofie Carsten Nielsen laut „B.T“.

Das Thema ausländische Arbeitskräfte sei für Mette Frederiksen ein akutes Problem, sagt der politische Redakteur bei Avisen Danmark, Casper Dall. „ Die Statsministerin muss in diesem Bereich etwas tun, und hier macht sie ein Zugeständnis an die Radikalen und einige bürgerliche Parteien, indem sie sagt, dass sie bereit ist, zu prüfen, wie man ausländische Arbeitskräfte über die Landesgrenzen hinweg bekommt“, sagt Dall.

„Uns fehlen die Arbeitskräfte. Und wenn wir nichts tun, riskieren wir sowohl den Fortschritt zu verlangsamen als auch die Umstellung für die grüne Wende zu strapazieren, sagte die Statsministerin in ihrer Neujahrsansprache. Foto: Mads Claus Rasmussen

Der politische Kommentator Hans Engell schätzt, dass die Wirtschaft mit der Ankündigung der Statsministerin zufrieden sein wird, während die ausländerfeinlichen Parteien Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) und Nye Borgerlige (Neue Bürgerliche) weniger zufrieden sein werden. „Jetzt macht Mette Frederiksen den Schritt in Bezug auf die ausländische Arbeitskräfte vollumfänglich. Nun sei die Regierung zu Verhandlungen bereit“, sagt Engell.

Der Geschäftsführer von Dansk Industri, Lars Sandahl Sørensen, ist mit „den neuen Tönen“ der Regierung zufrieden. „Es ist kein Geheimnis, dass wir den größten Teil des Jahres 2021 sehr ungeduldig waren, konkrete politische Lösungen für die massive gesellschaftliche Herausforderung zu sehen, die sich aus dem Arbeitskräftemangel im ganzen Land in allen Branchen ergibt. Wie Sie wissen, warten wir immer noch auf die politische Aktion. Es sei daher für die Reformverhandlungen äußerst vielversprechend, dass die Regierung auf die Wirtschaft gehört habe und nun ihren Kurs in Bezug auf die internationale Arbeitnehmerschaft ändere“, sagt er in einer Pressemitteilung.

Quelle: TV2 ØSTJYLLAND – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 02.01.2022

Foto: TV2 ØSTJYLLAND Video: Youtube