(Holbæk) – 2020 ging die Familie Dahl-Olsen aus Holbæk mit ihrem Boot „Evy“ auf Weltreise. Doch im August 2021 nahm das Abenteuer eine Wendung, als das Boot brannte. Fünf Jahre mit Blick auf Delfine, azurblaues Meer und Salzwasser in den Haaren. Das hatten Karina und Torben Dahl-Olsen und ihre beiden Kinder Sebastian und Isabella geplant. Aber nach etwas mehr als einem Jahr auf den Wellen scheiterten die Pläne der Familie.

„Eine Woche nach unserer Ankunft in Costa Rica fing das Boot Feuer“, sagt Torben Dahl-Olsen. Am 10. August 2021 verlor die Familie ihren gesamten Besitz, als ihr Boot in Feuer aufging. Während Torben Dahl-Olsen und die Kinder an Land waren, wäre es für Karina Dahl-Olsen beinahe schief gelaufen. Sie war noch auf dem Boot, als das Feuer ausbrach

Zum Glück wurde sie vom Feueralarm geweckt und Torben Dahl-Olsen war schnell mit dem Motorboot unterwegs, um sie abzuholen. „Fünf Minuten nachdem Torben mich abgeholt hatte, explodierte das Boot. Es sei also heftig und sehr dramatisch gewesen“, sagt Karina Dahl-Olsen.

Das Boot konnte nicht gerettet werden und das gesamte Hab und Gut der Familie ging verloren. Die Familie fuhr nicht nur seit einem Jahr mit der „Evy“ herum, sie lebte auch zwei Jahre bis zur Reise auf dem Boot in der Holbæk Marina, um Geld für diw Reise zu sparen.

„Ich stand spät in der Nacht in einer Marina in Costa Rica in Shorts und T-Shirt, und das war alles, was ich besaß“, sagt Torben Dahl-Olsen. Vor allem die kleinen Dinge wie die Zeichnungen, Bilder und Erinnerungen der Kinder gingen am schlimmsten verloren.

Es war nicht möglich herauszufinden, was den Brand ausgelöst hat. Foto: Privates Foto

Besonders Sohn Sebastian war vom Verlust seines geliebten Teddybären Wulfie sehr betroffen. „Es dauerte einen Monat, dass er weinte, weil er seinen Wulfie verloren hatte, und fragte sich, ob er Schmerzen gehabt hatte. Denn Feuer ist die schlimmste Art zu sterben. Er hat sich sehr schuldig gefühlt, den Teddybären auf dem Boot gelassen zu haben“, sagt Karina Dahl-Olsen

Die örtliche Gemeinde griff schnell ein und half mit der Unterkunft, Kleidung und Spielsachen für die Kinder. Der nächste Schritt war dann herauszufinden, wie man ohne Pass oder andere Papiere von Costa Rica aus weiterkommt.

Nichts ist so schlecht, dass es für nichts gut ist. Denn obwohl die Familie alles verloren hatte, war sie noch nicht bereit für das Ende des Abenteuers. „Wir wollten nicht nach Hause. Und außerdem wäre es wirklich traurig gewesen, wenn unsere Reise in Costa Rica mit einem abgebrannten Boot endete“, sagt Torben Dahl-Olsen.

Mit Hilfe und viel Mühe kam die Familie zur dänischen Botschaft in Mexiko, wo sie neue Pässe bekommen konnte. Dann kam die Familie überein, dass sie eine Basis brauchte, denn das Leben mit all seinen Habseligkeiten in einer Sporttasche wären zu hart geworden.

Dreshalb wurden die Wellen durch Asphalt ersetzt. Die Familie kaufte einen alten amerikanischen Schulbus, den sie zwei Monate lang in Texas renovierten. „Wir haben alles herausgerissen. Alle Wände und Decken kamen raus, so dass nur die saubere rohe Außenhülle übrig blieb. Dann haben wir bei Null angefangen, den Bus wieder aufzubauen“, sagt Torben Dahl-Olsen.

Nach zwei Monaten war der Bus fertig und die Familie konnte ihr Abenteuer an Land statt auf See fortsetzen. Foto: Privates Foto
Die Familie hatte einen Bekannten in Texas, der ein Hotel besaß. Dort hatten sie sie ihren Stützpunkt und lebten, so lange sie den Schulbus sanierten. Foto: Privates Foto

Und es gibt auch positive Dinge, das Boot durch den Bus ersetzt zu haben. „Es ist einfacher, sein Bus tz parken, als einen Ankerplatz zu finden“, sagt Karina Dahl-Olsen.

Was die Zukunft für die Familie bereithält, ist noch ungewiss. Bisher ist geplant, sechs Monate in Kanada zu bleiben, und als TV2 ØST mit Torben und Karina Dahl-Olsen sprach, waren sie in Vancouver. Hier warteten sie darauf, dass das Wetter etwas milder wurde.

„Im Moment ist Schnee und Eis die Herausforderung, da wir mit dem Bus nicht wirklich durch die Berge fahren können. Wir müssen also warten, bis der Schnee etwas schmilzt“, sagt Karina Dahl-Olsen. Die Familie will in die USA zurückkehren, weiß aber nicht, wo die Reise enden wird.

Foto: Privates Foto

Sicher wissen sie nur, dass ihre Tochter Isabella nach Hause gfahren und die Grundschule in einer 9. Klasse beenden muss. „Wir nehmen uns die Zeit, wie sie dort hinkommt und entscheiden dann weiter, was wir wollen“, sagt Torben Dahl-Olsen.

Die Familie hat sich ein halbes Jahr nach Evys Brand allmählich von dem Schock erholt. Und auch Sebastian hat ein Trostpflaster auf die Wunde bekommen, nachdem er seinen Teddy verloren hat. „Ich habe etwas Asche von der Stelle, wo der Teddybär auf dem Boot war, und dann haben wir wieder so einen Teddybären gekauft. Deshalb haben wir für den neuen Teddybären eine kleine Tasche in Herzform eingenäht“, sagt Torben Dahl-Olsen.

„Wie Sebastian sagte, wir haben die Seele in den Teddybären gesteckt, und dann war es, als ob wir den alten Teddybären zurückbekommen“, ergänzt Karina Dahl-Olsen. .

Quelle: TV2 ØST – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 06.01.2022

Fotos: Privatfotos