Die Hälfte hat nach vier Monaten zwei Spätfolgen. Für die allermeisten hat das Coronavirus zum Glück in einer Woche viel Ruhe, Taschentücher und Kopfschmerztabletten bereitet. Aber für einige war ein Krankenhausaufenthalt erforderlich. Und von dieser Gruppe hatt die Mehrheit mit mindestens einer späten Nachfolge vier Monate später zu rechnen. Das zeigt eine neue Studie von Ejvind Frausing Hansen, Chefarzt am Amager-Hvidovre-Krankenhaus.

Er hat sich einige der ersten angesehen, die im Frühjahr, Sommer und Herbst 2020 mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Nach vier Monaten untersuchte er, ob es Spätfolgen gab. Und es gab viele. „Am häufigsten litten Sie unter starker Erschöpfung, die auch bei geringer körperlicher Anstrengung viele Pausen erfordert. Auch Husten, Schleim und Atemnot seien häufige Folgeerscheinungen, andere hätten kognitive Probleme mit Konzentration und Gedächtnis“, sagt Ejvind Frausing Hansen.

Die 128 untersuchten Patienten waren durchschnittlich fünf Tage im Krankenhaus. Vier von ihnen wurden unterwegs an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Von den 128 Patienten erlebten 85 Prozent mindestens eine späte Spätfolgeerkrankung vier Monate nach der Entlassung. Die Hälfte kämpfte mit zwei oder mehr Spätfolgen,

Eine der Spätfolgen, die auch Ejvind Frausing Hansen beobachtet hat, ist eine verminderte Fähigkeit, Sauerstoff aus der Lunge ins Blut zu transportieren. Dieses ist auf die Bildung von Narbengewebe in der Lunge zurückzuführen. „Und je schwieriger der Krankheitsverlauf sei, desto schlechter sei die Fähigkeit, den Sauerstoff zu transportieren“, sagt der Chefarzt.

Aber vor allem die Auswirkungen der Erkrankung auf Gedächtnis und Konzentration können eine Herausforderung darstellen, wenn Patienten nach einer Krankheit wieder arbeiten. Zwischen 20 und 30 Prozent der Befragten sind davon betroffen. „Dass Corona ins Gehirn geht, ist mehrfach nachgewiesen, das ist wohl die Erklärung dafür“, sagt Ejvind Frausing Hansen.

Obwohl biele Patienten mit den Spätfolgen, so der Chefarzt, gut leben können, beeinträchtigt dieses ihre Alltagstauglichkeit. Die Studie ist die erste von drei Studien. Die Patientengruppe wurde ebenfalls sechs bis sieben Monate nach Aufnahme und erneut nach einem Jahr untersucht. Aber die Daten wurden noch nicht verarbeitet.

Später wird es auch eine Studie zur Arbeitsmarktbindung von Patienten aufgrund von Spätfolgen geben. „Aus internationalen Studien gehen wir davon aus, dass die Spätfolgen nachlassen, aber nach 12 Monaten nicht ganz verschwunden sind“, sagt Ejvind Frausing Hansen.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 10.01.2022

Foto: Archivbild