(Vissenbjerg) – Der Koelbjerg-Mann aus der Gegend um Vissenbjerg ist der älteste gut erhaltene Fund eines Menschen in Skandinavien. Er ist nicht nur Dänemarks – sondern auch der älteste noch lebende Vorfahr in ganz Skandinavien, und er stammt sogar von Fyn (Fünen).

Das ist der 10.500 Jahre alte Koelbjerg-Mann aus Koelbjerg bei Vissenbjerg. Am Montag wurde von einheimischen Enthusiasten der allererste Spatenstich für Koelbjergmandens eigenes Museum in seiner Heimatstadt gemacht, das am 1. Juli fertig sein soll.

„Wir wollen Vissenbjerg auf der Landkarte sehen, und wenn wir etwas haben, über das wir dem Rest der Bevölkerung erzählen können, denke ich, dass es sehr wichtig ist, den Koelbjergmanden auf die Landkarte zu setzen und über ihn zu erzählen“, sagt Jørgen Bladt, Vorsitzender der Koelbjerggruppen, die hinter dem Projekt stehen.

Neues Verbreitungszentrum über den Koelbjerg-Mann

  • Die Kolbjerggruppen unter dem Gemeinderat von Vissenbjerg hat den ersteb Spatenstich für ein neues Verbreitungszentrum über den Koelbjerg-Mann in Vissenbjerg getan. Das Museum soll am 1. Juli 2022 fertiggestellt werden.
  • Basierend auf den neuesten DNA-Forschungen wird das Verbreitungszentrum dazu beitragen, das Bewusstsein für den Koelbjerg-Mann und seine Zeitgenossen zu schärfen. Darüber hinaus muss das geologische Wissen über die einzigartige Eiszeitformation der Vissenbjerg-Hügel verbreitet werden.
  • Hier gibt es mehrere Stiftungen, darunter Realdania Underværker, die allgemeine Stiftung von Region Syddanmark und Energi Fyn sowie das örtliche Gemeinschaftsbad in der Kommune Assens.

Quelle: Das Koelbjergmanden-Projekt und Istidsdannelsen, Vissenbjerg lokalråd.

Aber wer ist dieser Koelbjerger wirklich? Der Koelbjerg-Mann erhielt seinen Namen, nachdem er 1941 gefunden wurde, als ein Mann in einem Moor in Koelbjerg Torf grub. Und gerade der Mangel an Sauerstoff aus dem Moor, während er gleichzeitig in Torfschichten lag, hat dazu geführt, dass seine Knochenreste gut erhalten sind.

Seit er gefunden wurde, gab es jedoch Zweifel an seinem Geschlecht. Er war daher nicht immer als Mann bekannt – sondern auch als „Koelbjergkvinden“ (Koelbjergfrau). Lange Zeit glaubten Historiker und Fachleute, dass es sich um eine Frau handelte. Im Jahr 2017 zeigten Forscher des Odense Bys Museums (Odense Stadt Museum), Center for Geotgenetics an KU und SDU, dass er laut neuer DNA-Untersuchungen des Skeletts tatsächlich ein Mann war.

Der Koelbjerg-Mann stammt aus dem Jahr 8.000 v. Chr. und ist somit über 10.000 Jahre alt.

Blaues Buch:Koelbjergmanden

  • Name: Kölbjergmanden
  • Art: Homo sapiens
  • Alter: 10.500 Jahre alt
  • Körperbau: sehr schlank
  • Wohnort: Koelbjerg bei Vissenbjerg
  • Beruf: Waldjäger
  • Familienstand: Unbekannt
  • Todesursache: Unbekannt

Quelle: VisitAssens, Nationalmuseet, Koelbjergmanden.dk

Er lebte während der Maglemose-Kultur, die Teil der Jägersteinzeit nach der letzten Eiszeit war. In der Zeit lebten die Menschen als Waldjäger, was man an ihren Werkzeugen und Waffen sehen kann. Die Jäger töteten große Tiere wie Auerochsen, um die ganze Familie zu ernähren.

Aus dieser Zeit wurden in Dänemark Siedlungen mit Knochenresten von Rotwild, Wildschweinen, Auerochsen und verschiedenen Vögeln gefunden. Sie fischten auch an den nahe gelegenen Seen und Bächen.

Das Moor, in dem der Koelbjerg-Mann gefunden wurde, befindet sich heute in einem kleinen Privatwald am Grøftebjergvej in einem hügeligen Gelände zwischen dem Dorf Andebølle und Vissenbjerg auf Fünen.
Bis 2017 glaubten Fachleute, dass der Koelbjerg-Mann aufgrund der Knochen eine Frau sei. Neuere DNA-Forschungen haben jedoch gezeigt, dass er ein schlanker Mann war. Foto: Anders Høgh

Allerdings ist nicht viel über ihn genau bekannt. Anthropologische Studien des Skeletts schätzen jedoch, dass er zwischen 22 und 32 Jahre alt war, als er starb. Er war auch nicht größer als 160 Zentimeter.

Laut lokalen Archiven ist noch nicht bekannt, wie er starb. Sie deuten darauf hin, dass das Moor wahrscheinlich als eine Art Begräbnisstätte gedient haben könnte. Dabei hätte er genauso gut Opfer eines Ertrinkungsunfalls, ermordet oder sogar geopfert werden können.

Quelle: TV2 FYN – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 14.01.2022

Fotos: Odense Bys Museum