Es passiert, nachdem eine Gruppe von Bürgern beantragt hat, die Ausgrabungsarbeiten an geschützten Riffen vorübergehend einzustellen. Ein deutsches Gericht hat die Grabungsarbeiten auf deutscher Seite der Fehmarnbeltverbindung vorläufig eingestellt. Das schreibt Flensburg Avis.

Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden. Nach Angaben des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (SHZ) ist das Gericht einer Beschwerde einer Bürgergruppe über den Zusammenhang gefolgt. „Ein nicht zu unterschätzender überraschender Erfolg“, sagt der Anwalt der Gruppe, Wilhelm Mecklenburg, gegenüber SHZ.

Die Bürgerinitiative beantragte am Donnerstag, die Ausgrabungsarbeiten an mehreren geschützten Riffen auf der Alignment-Strecke vorübergehend einzustellen, bis in etwa drei Monaten ein Gericht über einen Antrag der Gruppe entschieden haben wird. Diesem Antrag hat das Gericht stattgegeben. Die Entscheidung bedeutet, dass an den Riffen momentan nicht gegraben werden darf.

Ende 2020 wies das Gericht Klagen ab und erlaubte Grabungsarbeiten an den Riffen. Allerdings mit der Maßgabe, dass einige von ihnen von dänischer Seite an anderer Stelle auf dem Grund des Fehmarnbelts neu errichtet werden mussten. Mit der Entscheidung gab das Gericht grünes Licht für den ersten Spatenstich auf deutscher Seite

Es ist diese Entscheidung, gegen die die Bürgerinitiative geklagt hat. Und das führt nun zu einem vorläufigen Stopp der Grabungsarbeiten. Femern A/S teilt mit, dass sie dabei sind, eine Antwort auf die Beschwerde der Bürgergruppe vorzubereiten. „Wir haben das zeitliche und wirtschaftliche Risiko berücksichtigt, dass Beschwerden von Kritikern in Deutschland zur Riff-Thematik die geplante Durchführung der Bauarbeiten im Küstenbereich von Fehmarn beeinträchtigen könnten. Weitere Bauarbeiten auf deutscher und dänischer Seite werden auf jeden Fall wie geplant fortgesetzt“, sagt Kommunikationsleiter Morten Kramer Nielsen in einer schriftlichen Stellungnahme.

Die Fehmarn-Verbindung wird Lolland mit der deutschen Insel Fehmarn verbinden. Die Verbindung soll 2029 fertig sein und wird ein 18 Kilometer langer Unterwassertunnel sein, in dem sowohl Autos als auch Züge fahren können. Die Fahrt durch den Tunnel dauert zehn Minuten, mit dem Zug sieben Minuten. Die Planung der Fehmarnbelt-Verbindung dauerte über 25 Jahre, und der Bau begann viel später als ursprünglich geplant.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 16.01.2022

Foto: Archivbild